Zivilcourage? Nein, danke!

Kürzlich hat sich eine durchaus bewundernswerte Frau darüber ausgelassen, warum Frauen immer weniger Unterstützung bei „unangenehmen Erlebnissen im Alltag“ erfahren. Sind etwa alle (westlichen) Männer Weicheier geworden oder ist es ihnen schlicht egal. Warum funktioniert das in anderen „communities“, die sich sofort um ein angegriffenes Mitglied scharen?

Die Frage ist nicht nur berechtigt sondern insgesamt spannend. Und die Antwort lautet einfach: weil westliche Gesellschaften es so wollen.

Es gibt im Grunde mehrere Gründe, warum es für einen (weißen, berufstätigen, heterosexuellen Mann mittleren Alters oder älter) überhaupt keinen Sinn ergibt, (fremden) Frauen gegen einen Angreifer (oder auch mehrere) zu helfen:

(1) Selbstschutz ist wichtiger als der Heldentod; Mann springt auch nicht einfach im Zoo ins Hyänengehege um ein Kätzchen zu retten. Überhaupt, nachdem (tote) „Helden“ heutzutage schlechte PR haben – warum hat er sich denn auch eingemischt?

(2) Vielleicht will die Frau das gar nicht; Mann soll schon fürs Tür aufhalten wegen Diskriminierung und sexueller Belästigung verklagt worden sein. Das „schwache Geschlecht“ ist eine patriarchale Zwangsrollenzuweisung, hört man auch öfter aus progressiven, emanzipierten Kreisen. Na gut, möchte man ergänzen, dann aber bitte nicht jammern, sondern Hanteln wuchten und Kampfsport- statt Töpferkursen belegen.

(3) Sollte man doch erfolgreich bei der Hilfeleistung sein können und die Frau es sogar begrüßen, macht man als nächstes mit der Justiz Bekanntschaft und riskiert hier ebenfalls zum teil erhebliche persönliche Nachteile. Sollte man von Antifanten dabei gefilmt werden, wie man in so einer Situation einen armen Flüchtilanten – weil ausnahmsweise Täter – vermöbelt, kann man sich gesellschaftlich auch gleich begraben lassen.

Das einzig Richtige in so einer Situation ist die Polizei zu rufen und eventuell „das Erlebnis“ zu dokumentieren – als Beweis und natürlich für Youtube. Alles andere ist potentiell ungesund, gesellschaftlich nicht erwünscht, schon gar nicht akzeptiert und wird im schlimmsten Fall auch noch empfindlich bestraft. Überhaupt, wenn man einer weißer, berufstätiger, heterosexuelle Mann mittleren Alters oder älter ist.

Das tut mir zwar persönlich schon a bisserl Leid, aber alle Mitglieder (und natürlich auch die *innen und Personx) einer wohlstandsverwahrlosten Gesellschaft werden das bis zu ihrer vollständigen Abschaffung wohl aushalten müssen. Immerhin sind die Überlebenschancen in postdemokratischen, wahrscheinlich sogar muselmanischen Gesellschaften auch für nicht-muslimische Frauen doch ganz gut – sie müssen sich eben nur einem kleinen Pascha unterordnen. Sollte der Pascha einer der „edlen Wilden“ sein, wird jede progressive Emanze doch bestimmt ganz feucht im Schritt.


p.s. Obiges gilt für wildfremde bzw. fremde Frauen, um das mal explizit festzuhalten. 

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