Wenn Heilpraktiker ihr Unwesen treiben – Ein Horror-Erlebnisbericht einer Krebspatientin

Ratgeber-News-Blog

Über den Größenwahn von Heilpraktikern und dass vor ihnen, selbst schwerste Krankheiten wie Krebs nicht sicher sind, wissen wir längst Bescheid. Hier nun aber ein konkreter Fall einer Krebspatientin, die es einem Heilpraktiker zu verdanken hat, hier sogar ihrem eigenen Mann, bald sterben zu müssen.

Der Bericht ist nichts für schwache Nerven. Einfach unvorstellbar furchtbar, welches vermeidbare Leid dieser Frau widerfahren ist, die nun im Endstadium nicht nur rechtliche Konsequenzen und Gerechtigkeit fordert, sondern jeden vor den Allmachtsphantasien des Heilpraktikers und Überzeugungstäter Siegfried H. Reichardt und seinesgleichen warnen möchte.

Die große Ausnahme dieses speziellen Falles ist sicherlich die zusätzliche persönliche Beziehungsebene, was jedoch nicht davon ablenken sollte, dass Einstellung und Therapieansätze des Heilpraktikers heute überall zu finden sind und eigentlich die Regel darstellen.

Soll mir also niemand damit kommen, dass es sich um einen außergewöhnlichen Einzelfall handelt, auch wenn natürlich nicht jeder Heilpraktiker seine Grenzen so sehr überschreitet oder…

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Im Gespräch mit Akif Pirinçci: “Am Ende werden sich die Deutschen in den „Islam“ integrieren, nicht umgekehrt.”

Hab gerade ein interessantes Interview mit Akif Prinicci hier gefunden.  Der Kerl ist einfach zu geil. Ein Türke, wie er gern gesehen ist.

Wanus: Sehr geehrter Herr Pirinçci, zunächst vielen Dank, dass Sie sich unseren Fragen stellen. Sie finden oft einfache, klare und harte Worte, wo andere um den heißen Brei reden. Sind wir zu einem Volk von Weicheiern und Duckmäusern – gerade auch in der politischen Publizistik – geworden?

Akif Pirinçci: Sie kommen der Sache mit „gerade auch in der politischen Publizistik“ schon sehr nahe. Es gibt hierzulande inzwischen einen über dem öffentlichen Diskurs schwebenden Verhaltensgott, der in der Tat von den grün links versifften Medien heraufbeschworen wurde und von dem alle zu wissen glauben, was er zu hören wünscht. Bei jedem öffentlichen Ereignis streckt jeder erst mal den Kopf in die Luft, insbesondere die Journaille aus der zweiten Reihe, erschnuppert, woher der Wind weht, und wenn die Richtungsangabe der Hauptwindmacher festzustehen scheint, läuft der Mainstream in diese Richtung. Es ist eine Mischung aus Feigheit, Doofheit, Phantasielosigkeit und der Annahme, daß alles, was aus der gutmenschlichen Ecke kommt, in Ordnung sei.

Ich gebe Ihnen ein kleines Beispiel. In Berlin haben ganz offenkundig Irre, die von Irren in den Senat gewählt worden sind, auf Steuerzahlers Kosten eine öffentliche Sondertoilette für Irre errichtet, die nicht wissen, welchem Geschlecht sie angehören. Eigentlich ein (teurer) Witz. Aber es wird nicht gelacht, höchstens mit satirischer Feder etwas geschmunzelt. Und anstatt der Pflicht der Presse nachzukommen und diese ungeheuerliche Geldverbrennung zu rügen, startet man allen Ernstes eine öffentliche Diskussion über Geschlechterrollen und -zugehörigkeiten und dient sich nach und nach irgendwelchen bekloppten Theorien an, die von irgendwelchen Bekloppten in die Welt gesetzt wurden. Nun mag es in ganz Berlin tatsächlich fünf Geisteskranke geben, die nicht wissen, ob sie eine Tante oder ein Onkel sind, und einen epileptischen Anfall erleiden, wenn sie vor einer öffentlichen Toilette stehen. Doch diese lachhafte (und vermeintliche) Katastrophe zum Anlaß zu nehmen, um völlig Abseitiges und Seltenes zum alle betreffenden Regelfall hochzujazzen, stellt beispielhaft dar, wie das Spiel funktioniert. Man braucht nur Andeutungen zu Opferkult, Benachteiligung und „sozialer Gerechtigkeit“ zu machen, und alle solcherart Konditionierten halten auf der Stelle die Fresse und trauen sich nicht, die Blödsinnigkeit der ganzen Angelegenheit zuzugeben. Jeder denkt, der andere hätte von der Sache mehr Ahnung und würde sie ernst nehmen. Das ist aber nicht der Fall.

Wanus: Man möchte Ihnen wegen ihrer kritischen Texte zum Islam und zur (mangelnden) Integrationsbereitschaft vieler Muslime nicht selten einen wie auch immer gearteten „Rassismus“ oder Rechtspopulismus in die Schuhe schieben. Was sagen Sie dazu?Akif Pirinçci: Ich kenne meine Feinde sehr genau und weiß, dass sie das eben gar nicht tun. „Rassismus“ und „Rechtspopulismus“ sind in Wahrheit rhetorische Waffen, mit dem ein Andersdenkender zum Schweigen gebracht soll. Sie sind sozusagen Abrakadabras, die, einmal ausgesprochen, den Gegner schlagartig in Lähmung versetzen sollen. Nach dem Aussprechen dieser Zauberwörter soll und muss es normalerweise folgendermaßen ablaufen: Ich gerate in Panik und beteuere, dass ich kein Rassist und Hetzer bin, sage, dass man mich missverstanden habe, rudere und nehme Aussagen zurück, relativiere sie, bis ich am Ende gelobe, so etwas nie mehr zu tun, und wieder um öffentliche, also linksgesinnte Liebe bettele. So reagiere ich aber nicht. Ganz im Gegenteil. Wenn ich angegriffen werde, greife ich den Angreifer mit doppelter Wucht zurück an und setze noch einen drauf. Und da sind die Herrschaften einigermaßen konsterniert, denn so kennen sie das Spiel gar nicht.

Es ist mir scheißegal, ob man mich einen Rassisten nennt oder eine Klobürste. Wieso soll ich denn ein Rassist sein, wenn ich sage, dass bekopftuchte und verschleierte Frauen wie ein Haufen Scheiße aussehen und die Anziehungskraft zwischen den Geschlechtern und die Sexualität wieder demonstrativ unter die Knute der Religion und des Aberglaubens zwingen wollen, als lebten wir noch in der Höhle. Und der rechtschaffene muslimische Mann kann ficken, was ihm vor die Flinte läuft, oder wie? Die Pointe ist, dass jeder, einschließlich jener, die mich als Rassist schimpfen, eine Kopftuchtante ebenso als eine ästhetische Katastrophe empfinden. Nur getrauen sie sich nicht, das zu sagen, weil denen wer ins Hirn geschissen hat. Ich schon.

Wanus: Was läuft bei der Integrationspolitik konkret falsch? Sie haben es geschafft, sind als jemand mit türkischen Wurzeln erfolgreicher Autor geworden. Warum funktioniert das bei vielen anderen – hauptsächlich islamisch geprägten – Migranten nicht?

Akif Pirinçci: In der Integrationspolitik läuft gar nix schief. Da läuft alles im Sinne der Integrationsindustrie, an der viele Schmarotzer verdienen, alles seinen tollen Gang. Das Ganze hat aber mit Integration – ein Wort, das ich aus tiefstem Grunde meines Herzens hasse – gar nichts zu tun. Vielmehr dürfte es überhaupt keine Integrationspolitik geben wie zu jener Zeit, als ich in dieses Land kam. Ich verstehe nicht, wieso Selbstverständlichkeiten solange auf den Kopf gestellt werden müssen, bis sie keinen Sinn mehr ergeben. Inzwischen dient ja sogar das inflationäre Bauen von Moscheen als Integration. Nach dem Freitagsgebet, Männchen und Weibchen schön getrennt, kommen da alle bestimmt als Goethe-und-Hölderlin-Deutsche raus. Lachhaft!

Es ist gar nix kompliziert, alles ist sehr einfach: Wenn ich mich in einem fremden Land niederlasse, passe ich mich diesem an, ich assimiliere mich. Denn ich bin ja in dieses Land gekommen, weil es offenkundig besser ist als das Land, wo ich herkomme. Sonst würde ich ja wieder zurückgehen. Logisch oder? Okay, wenn es denn unbedingt sein muss, habe ich noch meine rückständige Religion im Hinterkopf oder meine Sitten und Bräuche aus der Heimat. Aber das wächst sich in der zweiten, spätestens in der dritten Generation wieder raus. Man braucht auch keine teuren Sprachkurse, denn wenn ein Kind die Sprache des Landes, in dem es aufwächst, nicht automatisch lernt, ist es entweder behindert, oder man hofiert seine Ethnie mit so vielen Zugeständnissen, dass es diese Sprache nicht zu lernen braucht. Zum Beispiel mit dieser beschissenen Integrationspolitik.

Was die islamischen Migranten betrifft (die meisten von denen sind ja gar keine Migranten, weil sie hier geboren worden sind), so hat man inzwischen ihre religionsartige, absolut aspirituelle und sich fast ausschließlich mit der Möse der Frau beschäftigende Sekte zu einer Monstranz aufgebläht, die einen unantastbaren Charakter besitzt. Ein CDU-Bürgermeister, der sich beim Volksfest im Bierzelt volllaufen lässt und der Bedienung in den Arsch zwickt, fühlt sich als Held der Toleranz, wenn er für die „muslimischen Mitbürgerinnen“ einen reinen Frauentag im städtischen Hallenbad ermöglicht, wo sogar die Scheiben mit schwarzen Tüchern abgehangen werden. Was für ein Trottel! Da fühlt sich natürlich der Muslimmann – im Islam hat immer der Mann etwas zu sagen, egal, was sie der doofen deutschen Kartoffel vorlügen – ermutigt, noch einen Schritt weiter zu gehen und dann noch einen Schritt weiter. Man muss diesen Leuten einfach sagen: Entweder ihr spielt das Spiel nach unseren Regeln oder ihr geht dahin zurück, wo ihr euer eigenes Spiel spielen könnt.

Wanus: Glauben Sie, man würde Sie und Ihre Texte anders bewerten, wenn Sie keine türkischen Wurzeln hätten?

Akif Pirinçci: Das glaube ich nicht einmal. Es sind eher meine Bücher, die meine Gegner davor zurückschrecken lassen, mich in einen Topf mit Rechtsradikalen zu schmeißen. Obwohl meine gesellschaftskritischen Texte ziemlich berserkerhaft daherkommen, handeln die Bücher von sehr diffizilen menschlichen Facetten, auch wenn es bisweilen um Tiere geht. Die Kritiker sind da wohl ein bisschen ratlos. Wie kann so jemand, der solch ein differenziertes und humanes Gedankengut besitzt, kein Gutmensch sein? Denken sie wohl. Gewiss, das tolle Etikett „türkischstämmig“ trägt auch einen Gutteil zu ihrer Irritation bei. Eigentlich ist ihr Traumbild von einem Migranten das von dem dressierten Affen, der auf einem Fahrrädchen Kunststücke vorführt. Diese Kunststücke sind von irgendwelchen Soziologieprofessoren und politischen Geisteskranken ausgedacht worden und hören sich allesamt ganz super an – in der Theorie. Der Spaß hört aber spätestens dann auf, wenn der Affe in der Manege plötzlich vom Fahrrädchen abspringt und vor dem Kinderpublikum die Äffin zu ficken beginnt.

Wanus: Die Grünen, die Sie offenbar besonders gerne mögen, sprechen oft von Integration, betreiben aber eine Politik – wie andere Parteien auch –, die zu Parallelgesellschaften führt. Ist das Dummheit oder Berechnung? Ist die Integration von Ausländern in Deutschland gar nicht gewollt?

Akif Pirinçci: Die Grünen sind ein zweigeteilter Haufen. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die bar einer Ideologie sind und mittels des grün und blau gefickten Mainstreams eine Karriere mit super Pensionsansprüchen machen wollen. Diese Gruppe würde sogar die legalisierte Ehe zwischen einer Frau und einem Araberhengst als erstrebenswert erachten, wenn es dem karrieristischen Nutzen dient. Auf der anderen Seite stehen wohlstandsverwahrloste Verhaltensauffällige und unfassbar Hässliche, die unter dem grünen Dach ein Zuhause gefunden haben, wo ein 120-kilo-schwere Tante was von „Veggie Day“ delirieren kann, ohne dass jemand sie auf die Diskrepanz aufmerksam macht. Die Integration von Ausländern in Deutschland ist in der Tat nicht gewollt, sondern in Wahrheit die Assimilation. Nur denken viele, dass dies mittels der Integration erfolgen würde. Das ist ein Irrtum! Am Ende werden sich die Deutschen in den „Islam“ integrieren, nicht umgekehrt. Man muss immer schön unterscheiden, wer fickt und wer gefickt wird. Das verliert man oft aus dem Blick. Obwohl, wenn beide Spaß daran haben …

Wanus: Sie bemängeln die politische Korrektheit. Mal abgesehen davon, dass wir nach Ansicht diverser Vereinigungen schon bald keine Zigeunersauce mehr essen, sondern pikante Sauce. Was nervt Sie besonders, wenn Sie das Stichwort politische Korrektheit hören?

Akif Pirinçci: Der Obergag ist ja, dass es in Wahrheit die politische Korrektheit gar nicht gibt. Die Medien, in vorderster Front die Öffentlich Rechtlichen und die politische Klasse, wollen uns nur von ihrer Existenz glauben machen. Allerdings glauben sie selbst nicht daran. Nehmen sie die Sexismus-Debatte. Wenn Frau und Mann nach deren Maßgabe einander begegnen würden, würden sie sich prima auf einem Planeten der Roboter zurecht finden, aber bestimmt nicht auf dem Planeten Erde. Bloß denkt jeder, dass der jeweils andere politisch total korrekt drauf wäre und man sich deshalb selber so verhalten müsse. Das heißt natürlich nicht, dass man sich wie das letzte Arschloch benehmen muss. Einfach den gesunden Menschenverstand einschalten und den Empathie-Modus einrasten lassen. Das genügt.

Wanus: Trotz der Hoheit von Gutmenschen im deutschen Blätterwald scheint sich gerade im Internet, dort in Blogs und sogenannten sozialen Netzwerken, immer mehr Protest gegen den Mainstream zu formieren. Führen die neuen Medien nun zur Verdummung oder sind sie Chance und Mittel zur Vernetzung letzter Reste bürgerlicher Vernunft?

Akif Pirinçci: Sowohl als auch – wie bei jedem Medium. Ich kann auf Facebook posten, dass ich seit einer Woche wieder so richtig befreiend gekackt habe, oder, was ich auch tue, ganz ausgeklügelte Texte präsentieren. Aber eins ist sicher: Die offizielle Presse wird in kommender Zeit immer mehr an Bedeutung, vor allem zahlendem Publikum, verlieren. Es ist eine Revolution, diesmal unblutig. Was bürgerliche Vernunft bedeutet, weiß ich nicht so genau. Ich sehe mich eher als Anarchist. Vielleicht habe aber ich auch in letzter Zeit zu selten in den Spiegel geschaut.

Wanus: Was wollen Sie unseren Lesern noch mit auf den Weg geben?

Akif Pirinçci: Habt mehr Sex. Selbst schlechter Sex ist besser als gar keiner. Anderseits was weiß ich schon. Jaja.

Wanus: Herr Pirinçci, vielen Dank für das Gespräch!

Vielleicht sollte ich doch mal auch eines seiner Bücher kaufen und nicht nur seine genialen Fäkalbeiträge auf der Achse des Guten lesen.

Akif Pirincci: Der Idealstaat

Akif Pirincci denkt über den idealen Staat nach. Ein nicht ganz dämliches Gedankenexperiment, gefunden auf seiner Facebook-Seite, wie im Original ganz ohne Lektorat hier nochmals veröffentlicht:

DER IDEALSTAAT (Teil 1)
Eine Serie in 3 Teilen

Man könnte mehrere Bibliotheken damit füllen, was bisher über den idealen Staat je gedacht und geschrieben worden ist. Bloß gibt es den nicht. So wie Menschen nicht ideal sind, sondern eine Laune der Natur und unvollkommen, so werden wir uns nie und nimmer explizit darauf einigen können, wie ein jedermann selig machender Staat auszuschauen hat. Was wir tun können ist jedoch, über ein Regelwerk zu spekulieren, mittels ein jeder nach seinen Möglichkeiten, Talenten, Leistungen, insbesondere aber nach seiner Intelligenz gedeihen kann, ohne dem anderen auf den Sack zu gehen und in dessen Portemonnaie zu greifen. Aber bevor ich mit einer ellenlangen Einleitung langweile, fange ich gleich mit der Annäherung an mein persönliches Ideal an … Ach, einen Moment noch, beinahe hätte ich es vergessen. In dem neuen Staat sind die Worte „Sozial“ und „Solidarität“ gestrichen, und sollte jemand es wagen, sie trotzdem auszusprechen, wird ganz speziell für ihn wieder die Todesstrafe eingeführt. Diese beiden Worte gleichen inzwischen Nutten, die jeden Sonntag züchtig gekleidet den Gottesdienst besuchen in der Hoffnung, man möge sich so über ihr Gewerbe hinwegtäuschen. Sozial kann man nämlich nur privat sein, zum Beispiel, wenn ich einem Hilfsbedürftigen aus Mitleid und freien Stücken 50 Euro schenke. Der Staat kann jedoch schon logischerweise nicht sozial sein, weil er ja, bevor er „sozial“ agiert, dafür jemandem anderen erst etwas wegnehmen muß, ergo asozial agiert. Man kann aber nicht asozial und sozial in einem sein und die Sache einfachheitshalber sozial benennen. Das ist paradox. Desgleichen verhält es sich mit dem Wort Solidarität. Tatsächlich scheinen es viele vergessen zu haben, aber Solidarität ist etwas Freiwilliges und meint nicht einen Akt mit vorgehaltener Pistole. Wenn das Letztere mir mit der Aufforderung, meine Kohle herauszurücken, vor die Nase gehalten wird, dann wird ja nicht an meine Solidarität appelliert. Ich handle nicht solidarisch, wenn ich dann die Kohle herausrücke, sondern habe Angst um meine Gesundheit. Noch etwas: In diesem Text wird der Ausdruck „Pech gehabt“ sehr oft vorkommen, weil der den Normalzustand des Lebens auf diesem Planeten illustriert. Deshalb schaffen es auch Lottomillionäre, Vom-Tellerwäscher-zum-Milliardär-Karrieristen, Leute, die einen Flugzeugabsturz überlebt haben, und außergewöhnlich schöne Menschen immer wieder auf die Schlagzeilen der Zeitungen. Weil man sie im richtigen Leben so selten antrifft. Zudem bemißt sich Glück weit weniger an Geld, Annehmlichkeiten oder Freizeit als man denkt. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung. Jeder Staat, der das Shit-happens-Prinzip hundertprozentig ausschalten will, ist einer abnormalen Illusion erlegen und zum Scheitern verurteilt. Früher oder später. So, das haben wir jetzt geklärt und können endlich zum Essenziellen schreiten.

STEUERN – DAS GELD DER ANDEREN

Jeder bezahlt 5 Prozent seines Einkommens an den Staat. Das gilt auch für den Gewinn von Firmen. Sämtliche anderen Steuern, Abgaben, Gebühren, Vergünstigungen, Abschreibungen, vor allem jedoch die Steuerprogression werden abgeschafft. Jemand, der 1 Million im Jahr verdient, entrichtet 50tausend Euro an den Staat und derjenige, der es auf 20tausend bringt, Tausend Euro. Selbst derjenige, der nur 5tausend im Jahr einnimmt, drückt seine 250 Euro ab. Warum jemand, der viel Geld verdient, prozentuell mehr Steuern bezahlen soll als jemand mit niedrigem Einkommen, konnte mir bis jetzt niemand erklären. Soll man etwa schöne Menschen häßlichamputieren, weil sie durch ihre Schönheit im Vergleich zum Durchschnitt bessere Chancen im Leben haben und mehr Fickgelegenheiten bekommen? Widersinnig – weg damit!
Durch die Umstellung verbleiben dem Staat nur mehr zirka 40 Milliarden im Jahr, eine Summe also, die heute nicht einmal für die Bedienung seiner Kreditzinsen ausreichen würde. Deshalb werden diese auch als erste entsorgt. Der Staat erklärt seine Schulden für null und nichtig, der Staat kann das. Pech gehabt! Daraufhin implodieren viele Banken, werden Existenzen vernichtet, finanzielle Erdbeben verursacht, Verelendung tritt ein. Scheiß drauf! Spätestens in zwei Jahren haben sich alle wieder abgeregt und auf die neue Situation umgestellt. Und die lautet: ab jetzt macht der Staat keinen einzigen Euro Schulden mehr. In Wahrheit hat der Staat natürlich ein klein wenig mehr, weil er über eigene Unternehmen und eigenes Vermögen verfügt, aber das macht die Gans auch nicht zu einer fetten Sau.
Randbemerkung: Das oben beschriebene Szenario gilt lediglich für die kommenden zehn Jahre, währenddessen Modelle ersonnen werden sollen, wie Steuern gänzlich abzuschaffen sind.
Sämtliche Ausgaben für Soziales werden ersatzlos gestrichen. Familiengedöns (gegenwärtig 250 Milliarden), Harz-IV, Kinder- und Jugendhilfe, Wohngeld, Eltern-und Erziehungsgeld, Alleinerziehendenvergottung, alle sozialen Projekte und schmarotzenden Institute von wegen Armenbericht und Frauen- und Migrantenförderung und so, Alimentierung von Wohlfahrtsorganisationen (mit einer Beschäftigungszahl von unfaßbaren 4 Millionen Menschen), Asylbewerberleistungen, all dies und alles andere, von dem wir nicht einmal ahnen, daß es überhaupt existiert, gibt es nicht mehr. Und da es so ist, findet mit einem Mal eine Reorganisation der Gefühle, Anschauungen und Verhalten der Menschen statt. Vielleicht geht Alexander dann diesen Samstagabend nicht wie üblich in den angesagten Club, sondern zum 72. Geburtstag seines peinlichen, allein stehenden Onkels Werner in Wattenscheid, der immer so kehlig auflacht, aber „dat Alexchen“ immer sehr gern gehabt und früher sogar damit geliebäugelt hat, ihm das eine Grundstück in bester Lage zu vererben. Familiäre und verwandtschaftliche Beziehungen verfestigen sich wieder, die einstige „Bürgerversicherung“ durch den Staat weicht schlagartig dem fast vergessenen und sehr menschlichen und sehr familiären Modell „sich einander versichern“. Und vielleicht trennt sich die 40jährige Ulrike jetzt nicht von Dieter, mit dem sie zwei Kinder hat, weil der mit der Zeit immer langweiliger geworden ist und große Gefühle nur noch bei Formell-1-Übertragungen zeigen kann. Die aufregenden, bergsteigenden, Kein-Tennissocken-und-Birkenstock-Sandalen-sondern-italienisches-Design-tragenden-Jude-Law-gestaltigen Männer mögen ihr vielleicht ein paar Abendessen in erlesen Restaurants spendieren und sie für ein paar Nächte fabelhaft durchficken, doch die Kosten für das sündhaft teure Unternehmen namens Familie doch lieber dem verlassenen Dieter überlassen, und wenn der nicht mehr kann, Papa Staat. Pech gehabt, Ulrike, du bleibst jetzt schön beim langweiligen Dieter, und ganz unter uns, so eine atemberaubende Granate bist du auch nicht. So ist das Leben. Und vielleicht geht dann dem Junkie plötzlich auf, daß er mehr noch von Heroin von einem ganz anderen Stoff abhängig ist, falls er nicht sterben möchte, nämlich von Nahrung, die ihm der Staat früher einmal kostenlos aufgetischt hat.
Menschen, die ohne Selbstverschulden in bittere Not geraten sind, werden bei ihren Eltern, Geschwistern oder Verwandten einquatiert, soweit diese überhaupt existieren und über ein normales Einkommen verfügen. Dann hört auch schlagartig die Diskussion darüber auf, ob sie zu faul zum Arbeiten sind oder nicht, denn ihre Lieben werden ihnen schon genug Druck machen, damit sie wieder eine Beschäftigung finden und ganz schnell verschwinden. Bei behinderten Menschen sieht die Sache etwas komplizierter aus. Der Staat hilft ihnen erst, wenn die Eltern sich für sie bis zur Grenze des Erträglichen „aufgeopfert“ haben.
Sämtliche Subventionen werden ersatzlos gestrichen, als allererstes für die Landwirtschaft. Die reichsten Menschen sind in diesem Land weder Unternehmer noch Bänker noch Manager noch Fußballer, sondern Bauern. Sie verfügen über drei Viertel des Grundbesitzes in Deutschland, und es ist ein schier mittelalterlicher Anachronismus, das ein Land, dessen Wohlstand fast zur Gänze auf technischen Errungenschaften basiert, noch Landwirtschaft auf Kosten der Allgemeinheit betreibt. Fahren Sie mal zwei Stunden über die Autobahn und schauen Sie zwischendurch immer wieder nach links und rechts. Alles, was Sie dort sehen, gehört zu Dreivierteln Bauern, und wenn auf diesen Dreivierteln Windräder und Solarpanele stehen oder Raps angebaut ist, kassiert der Bauer über Strompreise bei Ihnen nochmal extra ab. Bauer oder gar Bio-Bauer, die das Dreifache an Subventionen abgreifen, ohne daß ihr Zeug besser schmeckt oder nachweislich „gesünder“ ist, mag sein, wer will, aber auf eigene Rechnung. Das beste und billigste Fleisch (wenn keine Zölle draufkommen) ist eh argentinisches (wegen gigantischer Weideflächen, also natürlicher Nahrung fürs Vieh), und ich möchte denjenigen kennenlernen, der am Geschmack seines Brotes unterscheiden kann, ob der Weizen dafür aus Rumänien oder aus Deutschland stammt. Und der Slogen „Produkte aus der Region“ ist so verlogen wie wenn ich im Puff darauf bestehe, ausschließlich Nutten aus der Region zu ficken und auf keinen Fall ukrainische, weil die untenrum mit mir nicht kompatibel wären. Nach der Geisteshaltung durfte man auch keinen Hummer mehr essen und keinen Kiwi und keine Banane.
Sämtliche Umweltgesetze, die nach 1975 ins Gesetzbuch geschrieben wurden, werden ersatzlos gestrichen (siehe mein Artikel auf AchGut „Wie `Sound of Music´ vom grünen Panikorchester übertönt wurde“) Alles, was danach in dieser Sache an Bestimmungen folgte, beruht darauf, daß man die Lügen einer einzigen und sehr kleinen Partei, nämlich die Grünen, für bare Münze nahm bzw. von linken Medien dazu genötigt wurde, so zu verfahren. Die abgeschalteten Kernkraftwerke werden wieder eingeschaltet, zudem sechs bis acht neue gebaut, so daß der Strompreis nur mehr ein Zehntel des heutigen beträgt (Steuern drauf existieren auch nicht mehr). Durch die GAUs in Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima wurde einwandfrei bewiesen, daß es sich bei der Kernenergie um eine vollkommen risikolose Technologie handelt, verglichen zum Beispiel mit der Herstellung von Feuerwerksraketen, als im Jahre 2000 in Enschede/Holland eine Feuerwerksfabrik in Brand geriet und eine unfaßbare Katastrophe mit vielen Toten und Verletzten ausgelöst wurde. Oder verglichen mit dem Lesen des Korans, das unter anderem am 11. September 2001 in New York 3tausend Menschen das Leben kostete. An sämtlichen Atomkraftunfällen sind nicht einmal ein Zehntel davon umgekommen.
Die Beamtenschaft wird komplett abgeschafft. Man braucht Beamte und öffentliche Angestellte deswegen nicht mehr, weil alle Aufgaben des Staates bis auf Polizei und Justiz privatisiert und an kommerzielle Hände übergeben werden. Selbst Ausweise und Pässe erteilen dann unter gesetzlichen Vorgaben Privatfirmen. Mercedes Benz baut seine Autos auch dergestalt, daß sie den Anforderungen des Technischen Überwachungsvereins entsprechen. Wieso sollte es anderen „Produkten“ wie Wasserversorgung und dergleichen, welche gesetzlichen Regelungen unterliegen, anders ergehen? Ich habe nie verstanden, weshalb ein Beamter weniger habgieriger und weniger krimineller sein sollte als, sagen wir mal, mein Metzger. Nur weil der Beamte ein Gehalt über dem Durchschnitt bekommt und unkündbar ist? Daß ich nicht lache! Schließlich sind die Zeitungen voll von Menschen, die das Tausendfache eines Beamten verdienen und ebenfalls unkündbar sind, weil die Firma ihnen gehört, und trotzdem Betrügereien in Milliardenbereich betrieben haben.
Die gute Nachricht: Deutschland tritt aus der EU n i c h t aus! Nur zwei Kleinigkeiten ändern sich. Zum einen praktizieren wir keine Gesetze und Regelungen mehr, die Brüssel beschlossen hat. Das können wir nämlich schon ganz alleine. Wir fangen damit an, daß in Restaurants und Kneipen wieder geraucht werden darf. Dem einzelnen Gastromen bleibt es natürlich unbenommen, ob er seinen Laden zum rauchfreien Bereich erklärt. Angeblich wäre ja eine überwältigende Mehrheit für diese Regelung, so daß er sich im Konkurrenz mit den Lokalitäten, in denen geraucht werden darf, sich vor Gästen gar nicht mehr wird retten können. Sobald ein Mahnbrief aus Brüssel eintrifft, wird der ins Klo geschmissen, und wenn Geldstrafen eintrudeln, werden sie ignoriert. Was wollen die dagegen machen, eh? Marschiert dann Frankreich bei uns ein? Werden dann Lufthansa-Maschinen abgeschossen? Kauft die Welt dann keine Entsafter mehr von Braun? Die zweite Maßnahme bezüglich der EU ist etwas betrüblicher. Sie bekommt keinen Cent mehr von uns, aber dafür jede Menge Werbeprospekte, die illustrieren, wie schön unsere Heimat ist und daß wir uns über jeden Touristen sehr freuen würden.
Das Arbeitsamt wird abgeschafft und damit auch der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung. Wer sich gegen Verdienstausfall versichern lassen möchte, kann es privat tun, und derjenige wird sich wundern, daß solch eine Versicherung auf wirtschaftlicher Basis nicht einmal die Hälfte von der Summe kostet, die er monatlich diesem Arge-Moloch in den Rachen schmeißt. Eine Arbeitsagentur ist nichts anderes als so etwas wie ein Reisebüro, es geht um die Vermittlung eines Produkts, in diesem Falle der Arbeit. Also, weg mit Schaden! Und keine Sau wird irgendwelche sinnlosen Umschulungsmaßnahmen vermissen.
Staat und Religion werden streng voneinander getrennt, die Kirchensteuer wird abgeschafft. Es ist verboten, weitere Sakralbauten zu errichten, konkret Moscheen. Kein klar denkender Mensch wird ja wohl im heutigen Deutschland auf die Idee kommen, noch eine Kirche hinzustellen, nicht einmal ein neuer Papst. Wir sind eine durch und durch säkularisierte Gesellschaft, und derjenige, der mit Religionsfreiheit und in deren Folge mit dringend benötigten Bethäusern argumentiert, tut es in Wahrheit nur, weil er eine religiöse, also gegen unsere Lebensform ausgerichtete Gesellschaft anstrebt. Brauchen wir nicht, Pech gehabt!
Die Ausländerproblematik erledigt sich von selbst. Da es ja diese magische Keine-Arbeit-trotzdem-Geld-Agentur nicht mehr gibt, arbeiten die Eingewanderten entweder mit uns zusammen und werden nach ihrer Fasson glücklich oder sie sehen zu, wo sie bleiben. So wie ich es vermute, eher zu Hause.
Der Öffentliche Rundfunk und sämtliche Kultur- und Kunstförderungen, immerhin zusammengenommen 21 Milliarden, werden abgeschafft. Gute Kunst und Unterhaltung setzen sich von ganz alleine durch. Selbst für Independent gibt es Konsumenten. Ich persönlich konsumiere inzwischen fast nix anderes mehr. Aber das Allerletzte, was ein vom Staat bis in die Knochen ausgebeutetes Volk braucht, sind noch Staatskünstler und Oberabkassierer beim Fernsehen, die einem zeigen, wo es im Leben langgeht. Gut, wenn es nach meiner Vision geht, haben wir dann Abertausende von arbeitslosen „Künstlern“, Intendanten und Grottenschlechte-Krimis-inszenierenden-Regisseuren, aber wenn ich mich so umgucke, dann muß selbst ich zugeben, daß hier wirklich nicht lange geputzt worden ist.
Ich könnte noch weiter ins Detail gehen, doch hoffe ich, daß man mich auch so verstanden hat. Es geht mir nicht darum, mich über Schwache, Abhängige und mehr Pech-gehabt-Habende als mich zu erheben. Es geht mir nur darum, die Idee der Freiheit und des Individualismus zu propagieren, die in einer materiellen Welt leider nun einmal zuvörderst eine wirtschaftliche ist. Ein kleiner Hinweis noch: Sie brauchen sich vor den oben angekündigten Maßnahmen nicht zu fürchten. Wenn dies alles tatsächlich eintreffen würde, würden Sie automatisch das Doppelte bis Dreifache ihres jetzigen Gehalts verdienen und wären sowas wie reich. Also vertrauen Sie besser sich selbst, als irgendwelchen Politikern, die mit ihrer Umverteilungsscheiße Sie zu blenden versuchen. Ich bin nicht mehr der Jüngste, und glauben Sie mir, ich habe in all meinen vielen Lebensjahren noch keinen einzigen getroffen, der dadurch reich geworden wäre, daß seine sauer verdiente Kohle umverteilt wurde. Selbst diejenigen, welche die Kohle bekommen haben, sind arme Schlucker geblieben.

Yücel vom Ürschlüch zum Arschloch. Das Blinde Huhn hat ein Korn gefunden.

Deniz Yücel, das Ürschlüch mit Migrationshintergründ, wird von mir (rein persönlich, ist nichts offizielles, er kann’s ignorieren oder auch nicht, sofern er je davon erfährt) vom Ürschlüch lützter Klüsse zum Arschloch vorlützter Mügratiünsklüsse befördert.

Denn dem blinden Huhn ist mal was richtig intelligentes eingefallen. So schwer es mir fällt, aber mit dem Artikel „Mit fettarschiger Selbstzufriedenheit“ hat Yücel einfach ins Schwarze getroffen.

Klar, als leidenschaftlicher Nestbeschmutzer ist seine Motivation zu hinterfragen, dem Inhalt ist jedenfalls zuzustimmen. Auch beschreibt er den deutschen Schweinejournalismus in seiner „volkspädagogischen“ Unerträglichkeit recht zutreffend als „kriddischer Dschornalismus“ … das trifft’s und hört sich irgendwie nach Ossi an. Wo ja der deutsche „Qualitätsjournalismus“ des 21. Jahrhunderts seine wahren Wurzeln hat.

Deutscher Schweinejournalismus zum Thema japanischer Wiedereinstieg in die Atomkraft

Das ist deutscher „Qualitätsjournalismus“ vom Feinsten:

Durch das verheerende Erdbeben und den anschließenden Tsunami war das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Nordosten Japan schwer beschädigt worden. In drei Kraftwerksblöcken kam es zur Kernschmelze, tausende Menschen starben. Es war die schwerste Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986.

Wahr ist, dass tausende Menschen durch die Folgen der Naturkatastrophe, hautpsächlich durch die Verwüstungen durch den Tsunami, in Japan ums Leben gekommen sind. Anders als der letzte Absatz im Artikel zu suggerieren versucht, ist aufgrund des Reaktorunfalls  bislang genau niemand gestorben!

Da der Artikel auf einer afp/dpa Agenturmeldung basiert, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis ihn die restliche öko-versiffte deutsche „Qualitätsjournaille“ auch bringt.

Fröhliche Energiewende den deutschen Zahldrohnen! Auch für 2013!

Henryk Broder: „Wir erleben die letzten Tage Europas“

Ein weiterer Text von Henryk Broder, der nicht verloren gehen darf. Speziell, falls man in ein paar Jahren noch einmal die Gelegenheit haben sollte, ihn zu lesen.

Liebe Europäerinnen und Europäer,

Ein altes russisches Sprichwort sagt: Es gibt keine hässlichen Bräute, es gibt nur nicht genug Wodka. Für die Wirtschaft gilt das nicht. Man kann sich keine schlechte Stimmung schönfeiern, nicht einmal, wenn man die Betriebsfeier in einen ungarischen Puff verlegt. Mies bleibt mies. Man kann auch nicht in aller Ruhe und Gemütlichkeit „Oh, du schöne Weihnachtszeit“ singen, wenn man weiß, dass beim Nachbarn die Hütte brennt. Denn man ahnt, dass das Feuer entweder auf das eigene Haus übergreifen wird oder dass man die obdachlos gewordenen Nachbarn bei sich wird aufnehmen und verpflegen müssen. Schwer zu sagen, welche Aussicht einem noch schlimmer als die andere vorkommt.

Wir erleben die letzten Tage Europas. Nicht im physischen, eher im philosophisch-metaphorischen Sinne. So wie Karl Kraus in seinem 1922 erschienenen Monumentalwerk „Die letzten Tage der Menschheit“ vorhersah, so liegen „Die letzten Tage Europas“ unmittelbar vor uns. Nein, sie liegen nicht einfach da, sie springen uns geradezu an.

Ich habe am letzten Montag die Live-Übertragung der Feier zur Übergabe des Friedensnobelpreises an die Europäische Union gesehen, live im Fernsehen, der ARD sei Dank. Ich hatte gerade einen Nachtflug von Washington nach Frankfurt hinter mir und war noch ein wenig benommen. Aber diese Art von Benommenheit schärft die Sinne, man sieht zwar alles ein wenig undeutlich, hört aber die feinen Zwischentöne viel klarer. Ich nehme an, ich bin der einzige in diesem Raum, der diese Feier gesehen hat. Denn sie fand zu einer Zeit statt, da normale Menschen arbeiten und nur allein erziehende Mütter, königliche Hoheiten und die Angehörigen der Brüsseler Bürokratie es sich leisten können, vor dem Fernseher zu sitzen, ohne darüber nachdenken zu müssen, wie sie die GEZ-Gebühr bezahlen sollen.

Also, ich verfolgte die Verleihung des Friedensnobel-Preises an die EU und wusste nicht, ob ich weinen oder lachen sollte. Die EU auszuzeichnen, weil sie den Frieden in Europa bewahrt habe, ist so albern, als würde man die Heilsarmee dafür auszeichnen, dass sie nicht in das Geschäft mit Alkohol, Drogen, Nutten und Waffen eingestiegen ist. Oder als würde man das Internationale Rote Kreuz dafür ehren, dass es keine Konzentrationslager betreibt. Im Übrigen ist das friedliche Europa nicht der Garant des Friedens, sondern das Ergebnis einer militärischen Intervention, ohne die wir heute nicht so gemütlich beisammen sitzen würden, und falls doch, dann vermutlich nur, um den letzten erfolgreichen Einsatz der Legion Condor zu feiern.

Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU erinnerte mich an irgendwas, das tief in meinem Gedächtnis abgespeichert war. Und weil ich müde war, dauerte es eine Weile, bis die Erinnerung den Weg an die Oberfläche geschafft hatte. Ja, das war es! Genauso feierte das ZK der Kommunistischen Partei der Sowjetunion sich selbst! Man verlieh sich gegenseitig Orden und bestätigte sich reihum, einen extrem wichtigen Beitrag zum Frieden und zur Sicherheit in Europa und in der Welt geleistet zu haben.

Als jemand, der die ersten Jahre seines Lebens in Polen verbracht hat, habe ich eine leichte Allergie gegen den Begriff „Frieden“. Nicht weil ich für den Krieg bin, sondern weil „Frieden“ das General-Alibi ist, mit dem jede Barbarei rechtfertigt werden kann. Auch die Berliner Mauer wurde uns als eine friedensstiftende bzw. friedenserhaltende, in jedem Falle aber unvermeidliche – heute würde man sagen: alternativlose – Maßnahme präsentiert. Und wenn ich mir heute die Aktionen der Friedensbewegung anschaue, die dem Massaker in Syrien ungerührt zuschaut, aber nicht müde wird, gegen den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan und gegen die Stationierung von Patriot-Raketen in der Türkei zu demonstrieren, dann weiß ich, dass Pazifismus und Kretinismus nahe Verwandte sind.

Einen Tag nach der Preisverleihung in Oslo, der Hauptstadt eines Landes, dessen Bevölkerung zweimal den Beitritt zur EU abgelehnt hat, las ich in der Welt einen Artikel über den Brüsseler „Jahrmarkt der Eitelkeiten“, auf dem bis zum letzten Moment darüber gestritten und gefeilscht wurde, wer bei der Preisverleihung reden und die Auszeichnung entgegennehmen darf. Der Präsident der EU-Kommission, Barroso, der Ratspräsident van Rompuy und der Präsident des Parlaments, Schulz, hätten trotz voller Terminkalender „wie die Kesselflicker“ gestritten und versucht, einander auszustechen. Bis schließlich, wie in Brüssel üblich, ein Kompromiss gefunden wurde. Van Rompuy und Barroso nahmen die Urkunde gemeinsam entgegen, wobei van Rompuy sie als erster berühren durfte. Vermutlich durfte er sie auch mit nach Hause nehmen, sie dort kosen und herzen und sie schließlich unter sein Kopfkissen legen. Martin Schulz musste sich damit zufrieden geben, seinen Kopf für eine Medaille am Halsband hinhalten zu dürfen. Immerhin. Aber am Ende gab es ein Gruppenfoto, das Einheit und Einigkeit suggerierte – auch dies eine weitere Parallele zu den Sitten im ZK der KPdSU.
Wenn Sie eine Erklärung für diese Vanity Fair der Brüsseler Alpha-Männchen suchen, dann empfehle ich Ihnen einen Besuch auf deren jeweiligen Webseiten.

Jose Manuel Barroso hat immerhin Wirtschafts- und Sozialwissenschaften studiert und an einigen Universitäten unterrichtet. Seine Sozialdemokraten sind eine konservative Partei, die im Europaparlament zur Fraktion der Europäischen Volkspartei gehört. Er war Außenminister und Regierungschef Portugals, bevor er 2004 zum Präsidenten der EU-Kommission berufen wurde.

Herman van Rompuy, der erste ständige Präsident des Europäischen Rates, hat seine politische Karriere als stellvertretender Vorsitzender der Jugendorganisation der flämischen Christdemokraten begonnen und sich wegen seines unscheinbaren und zurückhaltenden Auftretens den Spitznamen „die Sphinx“ erworben. Auch während seiner Zeit als belgischer Premierminister von Dezember 2008 bis November 2009 blieb er den meisten Belgiern unbekannt. Ebenso rätselhaft ist, welche Funktion er als ständiger Präsident des Europäischen Rates ausübt.

Sein Terminkalender, den man auf der Homepage des Europäischen Rates einsehen kann, zeigt für den Donnerstag der vergangenen Woche folgendes an:

17 Uhr, Treffen zu einem Meinungsaustausch mit dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz;
17.30 Uhr, Gruppenfoto.
17.45 erste Arbeitssitzung.
20 Uhr, Arbeitsessen, gefolgt von einer Pressekonferenz.

Was für eine aufregende, erfüllte Existenz im Dienste der europäischen Idee!

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, ist ein fröhlicher Rheinländer, mit dem man jede Woche Weiberfastnacht feiern möchte. In seinem vorigen Leben war er Bürgermeister der Gemeinde Würselen bei Aachen und in dieser Eigenschaft, so lesen wir es bei Wikipedia, „insbesondere für den Bau des Spaßbades Aquana verantwortlich“; angesichts der Haushaltslage der Stadt werde diese Entscheidung inzwischen „kritisch gesehen“. Soll heißen: Das Spaßbad liegt der Gemeinde schwer auf der Tasche. Aber damit hatte sich Schulz für eine wichtige Aufgabe in der EU qualifiziert. In seinem Kabinett beschäftigt er einen Bürochef, einen stellvertretenden Bürochef, eine Anzahl von Assistenten und Beratern; dazu Berater der Assistenten und Assistenten der Berater, vier Pressesprecher, einen Spokesman, einen Redenschreiber, einen Terminverwalter, einen Büroboten, einen Kammerdiener und einen Fahrer. Alles in allem 38 Mitarbeiter, die mit ihm zwischen Brüssel und Strasbourg hin- und her fahren. Der veritable Hofstaat eines Eurokraten.

Wie es der Genosse Zufall will, haben Hamed Abdel-Samad und ich Martin Schulz vor kurzem besucht, um ihn für eine Folge unserer Europa-Safari zu interviewen. Dabei sagte er uns u.a. auch folgenden Satz: „Wäre die EU ein Staat und würde einen Antrag zum Beitritt in die Europäische Union stellen, dann würde der Antrag abgelehnt. Mangels demokratischer Substanz.“

So habe zum Beispiel das EU-Parlament kein Recht, Gesetze zu initiieren, es segne nur die Beschlüsse der Europäischen Kommission ab. Einer der Abgeordneten, die wir trafen, sprach von einem „Protokollparlament“ und fühlte sich an die Zustände in der Volkskammer der DDR erinnert. Ein Kommissar erklärte uns, warum kein Widerspruch darin liege, dass die EU den Anbau von Tabak subventioniert und zugleich Kampagnen über die Gefahren des Rauchens finanziert.

Das sei doch eine Win-Win-Situation, von der alle profitieren würden, sowohl die Tabakindustrie wie die Raucher. Und im Übrigen sei ein Kommissar für die Tabak-Subventionen und ein anderer für die Anti-Rauch-Kampagne zuständig.

Seit unserem Besuch in Brüssel und Strasbourg gebe ich mich keinerlei Illusionen mehr hin. Die EU löst keine Probleme, sie ist ein Problem. Seit dem Ende des real existierenden Sozialismus, zu dem es nach Meinung seiner Repräsentanten ebenfalls keine Alternative gab, ist die EU der massivste Versuch, die Bürger zu entmündigen und die Gesellschaft zu entdemokratisieren. Man erklärt uns immer wieder, es gebe zur EU keine Alternative, denn das Auseinanderfallen der Union würde nicht nur das Ende des Wohlstands bedeuten, sondern auch das Aufleben längst überwundener Konflikte, bis hin zu Klassenkämpfen in den einzelnen Ländern und kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen ihnen.

In die Praxis umgesetzt bedeutet das: Wir sind aufgefordert, bedingungslos jenen zu vertrauen, die den Karren an die Wand gefahren haben und nun versichern, sie wären in der Lage, die Reparatur zu übernehmen, sowohl des kaputten Wagens wie des beschädigten Hauses.

Aber: Würden wir einem Arzt eine zweite Chance geben, der uns statt der Mandeln den Blinddarm entfernt hat? Würden wir uns einem Vermögensverwalter anvertrauen, der unser Vermögen verjubelt hat? Würden wir noch einmal ein Hotel buchen, in dem wir ausgeraubt wurden, weil die Alarmanlage nicht funktioniert hat? Nein, würden wir nicht. Aber wenn es um Europa geht, tun wir es, weil wir eben keine Wahl haben. Die Sache ist alternativlos.

Also machen wir weiter, nicht weil wir davon überzeugt sind, dass es richtig ist, sondern weil wir den Point of no Return überschritten haben.

Meine Damen und Herren, ich hatte wirklich nicht vor, Ihnen die Weihnachtslaune zu vermiesen. Aber ich wollte die Gelegenheit nicht verpassen, Sie auf ein Desaster aufmerksam zu machen, auf das wir alle zusteuern.

Erlauben Sie mir zum Schluss eine Frage: Wer von Ihnen glaubt, dass es in drei Jahren die EU in der jetzigen Form noch geben wird? Ich bitte um ein Handzeichen.

Offenbar eine knappe Mehrheit.

So wäre auch eine Abstimmung unter den Passagieren der Titanic ausgefallen, kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Southampton. – Ich wünsche uns allen eine gute Reise.

Quelle: Deutsche Mittelstands Nachrichten

So, und jetzt begebe ich mich doch auf die Suche nach Hochprozentigem. Alkohol ist ja bekanntlich keine Lösung, aber das ist Milch auch nicht!

EGON FLAIG Wie die Hautfarbe zum Rassismus fand Überlegungen zur kulturellen Genese eines Untermenschentums

Universitäts Greifswald

Als 2001 die sogenannte Antirassismus-Konferenz in Durban intellektuell, moralisch und politisch entgleiste, wurde ersichtlich: Eine neue antirassistische Ideologie ist aufgekommen, die nicht mehr menschenrechtlich argumentiert, sondern antimenschenrechtlich, in den Konsequenzen selber jenen »kulturellen Rassismus« praktizierend, den sie zu verdammen vorgibt. Was zu erwarten war.

Denn sobald das Wort »Rassismus« sich nicht mehr auf eine behauptete natürliche Minderwertigkeit anderer bezieht, sondern auf jegliche kulturell, religiös, sozial motivierte Aversion gegen andere, wird er ubiquitär und umfängt notwendigerweise auch diejenigen, die ihm gut-menschlich mit donquijotischer Lanze zu Leibe rücken. So wie in den neunziger Jahren sich an alles und jedes das Etikett »Antisemitismus« heften ließ, so lässt sich nun alles und jedes mit der Parole »Rassismus« bestempeln. Ein diskursives Symptom. Anscheinend gibt es keinen Antisemitismus mehr und auch keinen Rassismus mehr.

Genau das hatte Claude Levi-Strauss 1971 behauptet, anlässlich seines skandalösen Unesco-Vortrages Race et Culture: Der Rassismus sei tot, sei kein politisch-kulturelles Problem mehr; das eigentliche Problem seien Xenophobie und Ethnozentrismus. Sollte er recht behalten, dann wäre es an der Zeit, Rückbesinnung zu üben; und die kommt laut Hegel hinterher. Wenn es Abend geworden ist für ein Problem, dann überfliegt die analysierende Weisheit das kulturelle Trümmerfeld. Dennoch lohnt es, die Eulen bei ihrer Rückschau zu begleiten: So entkommt man jener Amnesie, die sich seit dem Triumph des »Antikolonialismus« in die intellektuellen Foren eingenistet hat. (1)

Levi-Strauss hat einen szientistischen – oder pseudowissenschaftlichen -Rassismus abgesondert von den allgegenwärtigen Mechanismen interkultu-reller Abstoßung. Ethnozentrismus und Xenophobie sind seiner Meinung nach unvermeidlich und notwendig für die Existenz einer jeden besonderen Kultur.

( 1 : Exemplarisch für solche Amnesie ist George L. Mosses Schrift Rassismus (1978): ”Europäischer Rassismus wurzelt in jenen intellektuellen Strömungen, die im 18. Jahrhundert sowohl in West- als auch in Mitteleuropa ihre Spuren hinterließen: in den neuen Wissenschaften der Aufklärung und in der pietistischen Wiedererweckung des Christentums. Darum muss man davon ausgehen, dass die Geschichte des europäischen Rassismus ihren Ursprung im 18. Jahrhundert hat – ganz gleich, welche Vorläufer man auch in früheren Epochen nachweisen kann.« Was Adorno einst zur Halbbildung anmerkte, wird hier überboten von der Arroganz, mit der das Unwissen zu Werke geht. Um über dieses Thema zu schreiben, ohne einen blassen Schimmer zu haben von den jahrhundertelangen Diskussionen um die natürliche Gleichheit oder Ungleichheit, dazu bedarf es einer geistigen Kühnheit, zu der normale Gelehrte sich nicht mehr aufschwingen können.)

Der szientistische Rassismus sei hingegen eine Verirrung. Indes, ist der Schnitt, den der große Anthropologe gesetzt hat, logisch haltbar und ideengeschichtlich nachweisbar? Besteht nicht ein Zusammenhang zwischen der Neigung der meisten Kulturen, anderen das volle Menschsein abzusprechen und der Annahme, bestimmte Menschen seien minderwertig von Natur?

Levi-Strauss hielt es für normal, daß man den anderen das Menschsein absprechen könne; doch der einzige Grund, der dies bewirke, soll die gegenseitige Abstoßung von Kulturen sein. Wenn diese Vorstellung, wonach die anderen keine vollwertigen Menschen seien, jedoch auftreten kann, ohne sich auf feindliche Abstoßung zurückführen zu lassen? Wenn sie etwa aus übergroßer sozialer, politischer und kultureller Überlegenheit herrührte? Nun war Levi-Strauss keineswegs blind dafür, daß eine krasse kulturelle und politische Asymmetrie zwischen Völkern oder Kulturen bei den Überlegenen den Eindruck erzeugt, die anderen seien »minderwertig«; doch er erachtete dies als ein temporäres Phänomen: Es würde verschwinden, sobald die westliche Dominanz nachließe. Was Levi-Strauss aus allen seinen Überlegungen ausschloss, war die Möglichkeit, daß es radikale Asymmetrien innerhalb ein und derselben Gesellschaft geben könnte.

Angenommen es gebe ein soziales Verhältnis zwischen menschlichen Gruppen, welches dermaßen asymmetrisch ist und so erhebliche Differenzen schafft, daß die Differenzen sich auf keinem Gebiet mehr kompensieren lassen: Dann müßte unweigerlich die Vorstellung hochsteigen, die Unterlegenen seien von Natur minderwertige Menschen, quasi einer anderen Gattung zugehörig. Ein solches Verhältnis hat allerdings jahrtausendelang existiert; es ist die Sklaverei. Claude Meillassoux und Orlando Patterson halten diese Formen des Rassismus für überall dort nachweisbar, wo die Sklaverei die Gesellschaft unwiderruflich in zwei Teile spaltet. (2)

Beide zeigen, daß in unterschiedlichsten sklavistischen Gesellschaften die freien Herren über ihre Sklaven in Ausdrücken reden, die den Sklaven das Menschsein überhaupt verweigern – Sklaven als »lebende Güter« oder »sprechende Herde« – oder sie zu einer differenten, minderwertigen Rasse machen, zu Untermenschen.

Insbesondere in Afrika geschieht das, wo die nomadischen Versklaverethnien des Sahelgürtels noch dieselbe Verachtung gegen ihre ehemaligen Opfer bekunden wie ehedem; aber auch anderswo. Tritt das Konzept des Untermenschen auf, dann mit höchster Wahrscheinlichkeit in sklavistischen Gesellschaften, weil kein größerer sozialer Unterschied denkbar ist als der zwischen Freien und Sklaven. Doch die Sklaverei selber bringt keinen epistemisch organisierten Rassismus hervor, andernfalls hätte er überall entstehen müssen; denn sklavistische Gesellschaften gab es, wie Patterson uns lehrt, mehrere hundert. Also: Wo wird das Konzept des Untermenschen in eine wissenschaftliche Form gebracht?

(2) Claude Meillassoux, Anthropologie der Sklaverei. Frankfurt: Campus 1989; Orlando Patterson, Slavery and Social Death. Cambridge: Harvard University Press 19)

Der »Sklave von Natur« ohne Hautfarbe

Sobald die Vorstellung, die »anderen« seien minderwertig, in einen logisch strukturierten Begriff überführt wird, ist etwas Entscheidendes passiert: Der Rassismus ist konzeptuell geworden, und argumentationstauglich. Und dann vermag man menschliche Gruppen konzeptuell zu konstruieren, die von Natur aus minderwertig sind. Die Voraussetzung dafür ist theoretisch verfasstes Denken. Solches Denken ist voraussetzungsreich; es hat sich nur in zwei Kulturen der Menschheit originär herausgebildet – genau in denen, in denen auch die Mathematik entstanden ist: Griechenland und Indien. Es darf nicht verwundern, dass wir erstmalig in der griechischen Kultur einen kohärenten Rassismus mit systematischer Begründung vorfinden, nämlich bei Platon und Aristoteles und deren Konzeption des »Sklaven von Natur«. Denn erstmals bei den Griechen findet sich eine Philosophie sensu stricto und damit die Möglichkeit, ganze Wissensgebiete logisch kohärent zu systematisieren.

Die weitaus meisten griechischen Texte begründen die Sklaverei nicht mit einer naturgegebenen Minderwertigkeit, sondern mit dem Schicksal. Wie alle anderen Kulturen waren auch die Griechen nicht frei von ethnozentrischen Vorstellungen; wenn sie die anderen »Barbaren« nannten, dann schwang darin manchmal ein Anspruch auf kulturelle Überlegenheit mit, manchmal nicht; doch eine naturgegebene Über- und Unterordnung bezeichnet der Begriff als solcher nicht. Einige wenige Autoren behaupten sogar, Sklaverei schulde sich der menschlichen Ungerechtigkeit; damit liefern sie die frühesten Belege für das zentrale Argument des späteren Kampfes gegen die Sklaverei. Selbstredend tauchte auch bei den Griechen jene Vorstellung auf, die sich in vielen sklavistischen Gesellschaften findet, wonach Sklaven naturgewollt minderwertig seien.

Für diese Vorstellung lieferte Aristoteles in seiner Politik eine quasi-wissenschaftliche Erklärung: Der fundamentale Unterschied zwischen dem Freien und dem Sklaven bestehe darin, dass Letzterem die planende Vernunft fehle. Da Freie und Sklaven aufeinander angewiesen seien, nütze die Sklaverei beiden; ein komplementärer Nutzen verbinde beide: »Was mit dem Verstand weitblickend fürsorgen kann, herrscht von Natur, es gebietet despo-tisch von Natur, was aber mit dem Körper arbeiten kann, ist beherrscht, ist von Natur Sklave … Von Natur ist also jener ein Sklave, der einem anderen zu gehören vermag und ihm darum auch gehört, und der so weit an der Vernunft teilhat, dass er sie annimmt, aber nicht selbständig besitzt. Die anderen Lebewesen dienen so, dass sie nicht die Vernunft annehmen, sondern nur ihren Empfindungen gehorchen. Doch ihre Verwendung ist nur wenig ver-schieden: denn beide helfen dazu, mit ihrer körperlichen Arbeit das Notwendige zu beschaffen, die Sklaven wie die zahmen Tiere«.

Dieser philosophische Rassismus blieb in der gesamten Antike minoritär, verschwand aber nicht. Seine Wirkung entfaltete er später und anderswo. Aristoteles versuchte, Sklaven von Natur ethnisch zuzuordnen; hierfür griff er zu einer klimatisch begründeten Umwelttheorie: »Die Völker der kalten Regionen nämlich und jene in Europa sind voller Mut, aber ihnen mangelt es an Intelligenz und Kunstfertigkeit. Daher bleiben sie verhältnismäßig frei, doch ohne staatliche Organisation und ohne ihre Nachbarn beherrschen zu können. Die Völker Asiens hingegen sind ihrem seelischen Vermögen nach intelligent und kunstfertig, jedoch mutlos; deswegen bleiben sie Untertanen und Sklaven. Das griechische Volk hat an beiden Charakteren Anteil, wie es auch die geographisch mittlere Lage einnimmt; denn es ist mutig und intelligent. So ist es frei, hat die beste Staatsverfassung und die Fähigkeit, über alle zu herrschen«.

Demnach können weder die Nordeuropäer Sklaven von Natur sein noch die Asiaten. Erstere sind mutig genug, um sich nicht versklaven zu lassen. Letzteren mangelt es nicht an Vernunft, statt Sklaven können sie sehr wohl freie Untertanen sein; zudem befinden sie sich in derselben Klimazone wie die Griechen. Aristoteles hätte, um konsequent zu bleiben, eine südlich Griechenlands gelegene Klimazone ausfindig machen und die dortigen Bewohner als Kandidaten für die Sklaverei ins Auge fassen müssen. Doch davor hütet er sich wohl aus Gründen der Plausibilität; aus jener Weltgegend, Afrika, bezogen die antiken Kulturen praktisch keine Sklaven.

Klimatheoretisch vermag Aristoteles zwar, die »Herren von Natur« zu konstruieren, aber nicht die »Sklaven von Natur«. Ferner bleibt bei dieser Theorie unklar, ob die klimatisch erzeugten Eigenschaften sich dauerhaft einprägen ins Erbgut der Menschen oder ob diese sich verwandeln können, falls sie ihre Klimazone verlassen. Die hellenistischen Geographen sind sich darüber nicht einig. Und sämtliche römischen Denker lehnten das aristotelische Konzept des Sklaven von Natur ab. Das römische Recht ist radikal antirassistisch, denn es erklärt wohl ein Dutzend Mal: »omnes homines iure naturali aequales et liberi sunt« – alle Menschen sind nach dem Recht der Natur gleich und frei.

Rassismus bei Aristoteles wohl, aber wo bleibt die Hautfarbe? Rassismus, das kann nicht oft genug wiederholt werden, hat mit der Hautfarbe nichts zu tun. Ein Beispiel möge genügen. Als der chinesische Kaiser Kno-li Chi-su um 1300 seinen Willen kundtat, das System der Sklaverei zu reformieren, protestierte der koreanische König Chungnyol: »Unsere Ahnen haben uns gelehrt, dass diese sklavischen Wesen einer anderen Rasse angehören und es ihnen daher unmöglich ist, normale Menschen zu werden. Der Lehre unserer Vorfahren zuwiderhandeln hieße, unsere soziale Ordnung gefährden.«

Korea war ein Jahrtausend lang eine bedeutende sklavistische Gesellschaft mit einer enormen Quote von Sklaven, oft um 30 Prozent, also erheblich mehr als in der griechisch-römischen Antike. Die versklavten Menschen waren allesamt Koreaner. Doch der Herrscher sah sie nicht als solche, sondern als Angehörige einer fremden Rasse (Levi-Strauss hätte wohl kommentiert: eine normale »Abwertung des Menschen« – hier nicht zwischen Ethnien, sondern zwischen sozialen Gruppen). Doch der König sagt ausdrücklich, die Angehörigen dieser fremden Rasse seien unfähig, sich als Vollmitglieder der menschlichen Gesellschaft zu bewähren. Sie sind in seinen Augen dauerhaft und von Natur aus minderwertig, also buchstäblich Untermenschen.

Aussage liegt ganz nah beim Konzept des Aristoteles; Letzteres ist lediglich epistemisch verfaßt, Erstere nicht. Der koreanische König hatte Aristoteles nicht gelesen, ebenso wenig wie die Fulbe oder die Peul in Westafrika jemals Aristoteles gelesen hatten – ihre rassistischen Vorstellungen ergeben sich direkt aus ihren sklavistischen Systemen.

Rassismus kommt also völlig ohne Hautfarbe aus. Wie kommt die Hautfarbe ins Spiel? Ein Panoramablick ist nötig, um zunächst festzuhalten, wo die Hautfarbe keinerlei Markierung für die Höhe des Menschseins abgibt.

Nicht bei den Ägyptern. Dabei differenzieren die ägyptischen Wandmalereien und Reliefs genau die Farbtönungen der Menschen unterschiedlichster Herkunft und achten auf deren »rassische« Merkmale; doch die Bilder zeigen keinerlei Minderwertigkeit an.

Nicht bei den Griechen. Die Griechen wussten Bescheid über die Existenz von Schwarzafrikanern, welche sie »Äthiopier« nannten; doch diese galten in keiner Beziehung als minderwertig. Im Gegenteil: Homer rühmt die »edlen Äthiopier«, Aischylos betont die Einheit der Menschheit trotz verschiedener Hautfarbe, indem er dunkelhäutige Ägypterinnen als Verwandte der griechischen Stadt Argos auf die Bühne bringt. Dichtern und Historiographen galten die Äthiopier als gerecht und weise. Das nubische Reich um Meroe am oberen Nil war in hellenistischer Zeit sagenumrankt wegen seiner militärischen Stärke und wegen der Erfindungen, die man ihm zuschrieb. Die bildende Kunst der Griechen stellt bis in die späteste Zeit die Dunkelhäutigen als ebenbürtige Menschen dar. (3)

Nicht bei den Römern. Das römische Recht beruht auf dem Prinzip, alle Menschen seien von Natur aus gleich und frei, was jeglichen Rassismus ausschließt. Auch die Schriftsteller – obwohl interessiert an Hautfarbe als einem anthropologischen Merkmal – bewerten die Hautfarbe nicht politisch. Ob man Dunkelhäutige oder Rothaarige als von Natur aus differente Menschen wahrnahm, bemaß sich daran, welche soziale Position Schwarze oder Germanen im Hellenismus und im Römischen Reich einnahmen. In der Tat tauchten Schwarze in allen erdenklichen Berufen auf, insbesondere in Ägypten, wo sie in großen Mengen anzutreffen waren. Gewiss gab es auch schwarze Sklaven; aber die meisten Sklaven waren »weiß«, und die allermeisten Schwarzen im Römischen Reich waren frei. Dieser Umstand gab den Ausschlag für die alltägliche Wahrnehmung.

Wird in der klassischen Antike die Hautfarbe überhaupt ein Thema? Ja, aber nur in sehr spezialisierten Diskursen. Viele griechische Mediziner und Geographen glaubten, ihre »rote« Hautfarbe sei die Norm und verdanke sich einem mittleren Klima, hingegen seien Kelten und Germanen in der nördlichen Kälte weiß geworden, und ein zu warmes Klima habe die Ägypter und Mauretanier braun gemacht, die Nubier, Äthiopier und Inder sogar schwarz. Diese Farbskala zeigte eine Abweichung an, aber keine Minderwertigkeit.

(3) Vgl. Frank M. Snowden, Jr., Before Colour Prejudice. The Ancient View of Blacks. Cambridge: Harvard University Press 1989; Benjamin Isaac, The Invention of Racism in Classical Antiquity. Princeton: Princeton University Press 2004)

Rothaarige Germanen wirkten ebenso »fremd« wie Nubier. Einige hellenistische Geographen, so etwa Strabo, lehnten die Klimazonentheorie ab; und alle hüteten sich davor, eine Verbindung von Hautfarbe und moralischen Qualitäten herzustellen – aus guten Gründen: geschult in politischer Philosophie, nahmen sie an, dass die moralischen Eigenschaften der Menschen in allererster Linie vom »nomos«, von den Gesetzen einer Gesellschaft abhingen.

Wenn nicht in der Antike, wo dann ist der Hautfarbenrassismus historisch entstanden? Brave Antirassisten umgehen diese Frage geflissentlich. Mehr noch: Die meisten wollen die Antwort nicht hören. Unsere Eule fliegt trotzdem ins tabuisierte Dunkel.

Ein unterschätzter Beitrag zum Weltkulturerbe: Hautfarbenrassismus

Im gesamten ostmittelmeerisch-vorderasiatischen Bereich, über Griechen, Juden, Ägypter und Syrer wirkte eine ästhetische Tendenz, die dunkle Hautfarbe für »weniger schön«, »weniger edel« zu halten, insbesondere bei Frauen.’ Dennoch preisen eine stattliche Menge von griechischen Dichtungen die Äthiopier als die schönsten Menschen; denn weder die kosmische – Licht gegen Dunkelheit – noch die ästhetische Opposition war konnotiert mit einer moralischen oder geistigen Minderwertigkeit. Ästhetische Vorzüge divergierten innerhalb ein und derselben Kultur; sie implizierten keinerlei Abwertung der betreffenden Menschen, genauso wenig wie das heute der Fall ist.

Es ist demnach streng zu unterscheiden zwischen der kosmischen und moralischen Qualifikation von Farben und der Zuweisung moralischer Qualitäten an »farbige« Menschen. Die strukturalistische Oppositionskette von schwarz/weiß, Nacht/Tag, Teufel/Engel, böse/gut, unrein/rein: Diese Oppositionskette war einer der stupidesten Einfälle, auf welche Wissenschaftler verfielen; denn sie stimmt nirgendwo und nirgendwann. Selbst wenn sich sporadische Konnotationen finden, ist es noch ein weiter Weg bis zum Rassismus, das heißt bis zur Behauptung einer biologischen Minderwertigkeit ganzer Menschengruppen. Wo also finden sich die ältesten Texte des Hautfarbenrassismus?

Zunächst bei den arabischen Geographen. (5)  Ein Anonymus aus dem Irak (um 902) führt die Entstehung von defizienten »Rassen« auf das Klima zurück; in der kalten Klimazone erleide der Fötus schon im Mutterleib schwere Schäden und werde zu einem defizienten Menschen; in der heißen Klimazone hingegen würden die Kinder im Mutterleib zu lange »gekocht«, »so dass das Kind zwischen schwarz und dunkel gerät, zwischen übelriechend und stinkend, kraushaarig, mit unebenmäßigen Gliedern, mangelhaftem Verstand

(4) Vgl. David M. Goldenberg, The Curse of Ham. Race and Slavery in EarlyJudaism, Christianity, and Islam. Princeton: Princeton University Press 2003.

(5) Die nachfolgenden Zitate sind entnommen aus Bernard Lewis, Race and Slavery in the Middle East (Oxford: Oxford University Press 1992) und aus Ronald Segal, Islam’s Black Slaves. The Other Black Diaspora (New York: Farrar Straus Giroux 2001).

und verkommenen Leidenschaften, wie etwa die Zanj, die Äthiopier und andere Schwarze, die ihnen ähneln.«

Eine persische Abhandlung (982) behauptet: »Was die Länder des Südens angeht, so sind alle ihre Einwohner schwarz … Es sind Leute, die dem Maßstab des Menschseins nicht genügen.« Desgleichen notiert der Geograph Maqdisi im 10. Jahrhundert über Schwarzafrikaner: »Es gibt bei ihnen keine Ehen; das Kind kennt seinen Vater nicht; und sie essen Menschen … Was die Zanj angeht, so sind es Menschen von schwarzer Farbe, flachen Nasen … und geringem Verstand oder Intelligenz.« Bernard Lewis hat darauf hingewiesen, dass wir es hier zumeist nicht mit einem dichotomischen Rassismus (schwarz-weiß) zu tun haben, sondern mit einem trichotomischen: Zwei minderwertige Rassen (schwarz und weiß), beheimatet in den extremen Klimazonen, stehen einer hochwertigen (rot oder hellbraun) in der mittleren Zone gegenüber. Demgemäß gelten auch Türken, Slawen und Chinesen als weiße und daher minderwertige Rassen.

Die arabische Philosophie übernahm diesen hautfarblichen Rassismus. Der große Avicenna (gestorben 1037), in dessen Namen heute in Deutschland Preise vergeben werden, behauptet umstandslos: Extremes Klima produziert »Sklaven von Natur«, »denn es muss Herren und Sklaven geben«; »Türken und Schwarze« sind »Sklaven von Natur«. Im Liber Canonis, einer Schrift, die für das Studium der Medizin an abendländischen Universitäten wichtig wurde, wiederholt er, die Schwarzafrikaner seien intellektuell min-derwertig.

Auch im islamischen Spanien grassierte diese Rassentheorie: Sa’id al-Andalusi (gestorben 1070) lehrt eine klimatologisch begründete Minderwertigkeit der Schwarzafrikaner: »Der lange Aufenthalt der Sonne am Zenith macht die Luft heiß und die Atmosphäre dünn. Daher wird ihr Temperament heiß, ihr Gemüt feurig, ihre Farbe schwarz und ihr Haar wollig. Also fehlt ihnen Selbstkontrolle und Beständigkeit des Geistes; darum werden sie von Launigkeit, Dummheit und Ignoranz überwältigt. So sind die Schwarzen, welche an den Grenzen des Landes Äthiopien leben, ferner die Nubier, die Zanj und ähnliche.«

Anders als bei den hellenistischen Geographen scheint nicht darüber gestritten worden zu sein, ob klimatisch erworbene Eigenschaften sich verlieren, sobald die betreffenden Menschen die ungünstige Klimazone verlassen oder ob sich die klimatologisch bedingten charakterlichen Merkmale in die »Natur« der betreffenden menschlichen Gruppen unauslöschlich eingeschrieben haben, so dass sie vererbt werden, egal wohin die Menschen gehen. Hätten die Korangelehrten nicht dagegen aufbegehren müssen?

Die islamische Orthodoxie, nicht anders als die jüdische und die christliche, war antirassistisch, hatte die natürliche Gleichheit der Menschen zum Axiom – ebenso wie das römische Recht. Sklaverei ist eine Strafe für den Unglauben, so lautet unisono die Lehre der islamischen Kleriker; Sklaverei ist nicht Folge von rassischer Minderwertigkeit. Aber die arabische Philosophie hielt noch bis in ihre späteste Zeit dagegen. So lesen wir beim großen Gelehrten Ibn Khaldun (1332-1406): »Daher sind in der Regel die schwarzen Völker der Sklaverei unterwürfig, denn sie haben wenig Menschliches und haben Eigenschaften, die ganz ähnlich denen von stummen Tieren sind, wie wir festgestellt haben.«

Und wie sieht es mit den großen jüdischen Gelehrten in der islamischen Welt aus? Dieser Punkt ist noch nicht hinlänglich erforscht. Aber klar liegt der Fall beim jüdischen Philosophen Moses Maimonides (gestorben 1204) aus Cördoba. Selbst bei ihm finden wir den klassischen hautfarblichen Rassismus vor. Er schreibt in seinem Hauptwerk Führer der Unschlüssigen: »Einige von den Türken und die Nomaden im Norden, und die Schwarzen sowie die Nomaden im Süden ebenso wie jene, die in unseren Klimazonen jenen ähneln: … ihre Natur ist wie die Natur der stummen Tiere und … sie sind nicht auf dem Stand von menschlichen Wesen, und ihr Stand inmitten von allem Seienden ist unterhalb des Menschen und oberhalb des Affen«. Maimonides war hochgebildet, er schrieb arabisch und dachte in den Begriffen der hellenistisch-arabischen Philosophie. Er wußte, was er schrieb.

Und wie sieht es mit den nichtsunnitischen Gelehrten aus? Im schiitischen Islam finden sich Texte, die laut Bernard Lewis denselben Befund zeigen, nämlich einen trichotomischen Rassismus. Nun erwartet man, dass chiliastische islamische Strömungen eigentlich frei sein müssten von hautfarblichem Rassismus, ja von Rassismus überhaupt. Bei den Ismailiten müsste man es geradezu postulieren. Doch der große Gelehrte Hamid-al-Din al-Kirmani (gestorben 1021), der in Kairo die ismailitische Missionierung betrieb, schrieb, die Türken seien intellektuell minderwertig, ebenso die Schwarzen und die Berber.

Fassen wir zusammen: Die arabische Wissenschaft konstruierte ein Untermenschentum auf hautfarblicher Basis. Auch hier tut Rückbesinnung not: Hat nicht Ernst Bloch einst Avicenna und andere arabische Philosophen samt Maimonides als »aristotelische Linke« bejubelt? Hat er nicht ihre naturwissenschaftliche und medizinische Ausrichtung als »materialistisch« gepriesen, um sie der »aristotelischen Rechten« entgegenzustellen? Nämlich der westlichen Scholastik, welche in idealistischen Gespinsten befangen geblieben sei? Hätte er die Texte gelesen mit jener Aufmerksamkeit, die Alarm gibt, sobald eine natürliche Ungleichheit zwischen Menschengruppen behauptet wird, dann wäre ihm vielleicht aufgefallen, dass sich bei den Autoren der »aristotelischen Rechten« erst sehr spät der aristotelische Rassismus einfindet – erst Sepülveda schöpft daraus seine Argumente in der Kontroverse mit Las Casas. Und gewiss wäre Bloch aufgefallen, dass in der »aristotelischen Linken« der Rassismus gängige Münze war und nicht die Geringsten ihrer Vertreter dem brutalsten Hautfarbenrassismus huldigten. Doch dem Verteidiger der Moskauer Schauprozesse entging auch dies.

Die arabische wissenschaftliche Kultur vom 9. bis 12. Jahrhundert lässt sich mit guten Gründen als eine zweite hellenistische Renaissance bezeichnen, nach jener ersten im Imperium Romanum des 2. Jahrhunderts nach Christus. Die arabischen Autoren kombinierten, was Aristoteles auch schon getan hatte, Klimazonen mit geistigen und moralischen Fähigkeiten. Freilich hatte der Grieche die Hautfarbe ignoriert, wohingegen die

Autoren elaborierte ethnische Charakterologien klimatheoretisch mit der Hautfarbe verbanden. Sie gebrauchten »schwarz« und »rot« und »weiß« als farbliche Merkmale, um ganze Ethnien zu klassifizieren, was, wie Bernard Lewis bemerkte, eine ethnographische Innovation darstellte. Damit schufen sie eine neue »wissenschaftliche« Rassenlehre. Der Hautfarbenrassismus ist eine arabische Erfindung, Lewis hat sie ausgiebig dokumentiert. In der Tat benutzten die arabischen Gelehrten das hellenistische Erbe recht kreativ: Sie beschenkten die Menschheit mit dem Hautfarbenrassismus. Das Weltkulturerbe verdankt der arabischen Kultur eine folgenreiche Errungenschaft, was zu Unrecht vergessen wurde.

Und die europäische Kultur? Sie war in dieser Frage wenig kreativ, blieb einfallslos, träge und rezeptiv. Erst fünf Jahrhunderte später gelangte der klimatheoretisch begründete »szientistische« Hautfarbenrassismus zu den Europäern; seine Elemente bleiben zunächst arabisch, was auf die vielen Übersetzungen und vor allem den Einfluß von Avicennas medizinischen Schriften zurückzuführen ist. Der Hautfarbenrassismus wurde importiert im Gefolge der portugiesischen Einfuhr von Sklaven aus Senegambien und Guinea. Obwohl von Anfang an bekämpft, verstärkt er sich, als im Laufe des 17. Jahrhunderts die von Westeuropäern betriebene Sklaverei fast gänzlich schwarz wird. Ab dieser Epoche entfaltete er eine europäische Eigendynamik, welche im 19. Jahrhundert neue Theoreme zeitigte, indem sich Rassenhygiene mit Eugenik kreuzte; doch dabei nahm die Bedeutung der Hautfarbe signifikant ab.

Die erste Textflut, in denen die Schwarzen als minderwertig vorkommen, entströmt der arabisch-islamischen Kultur. Man mag einwenden, dass die meisten arabischen Autoren keine Hautfarbenrassisten waren. Richtig. Die allermeisten europäischen Autoren der Neuzeit waren ebenfalls keine Rassisten. Doch das ist hier gleichgültig. Für eine Geschichte des politischen Denkens ist es von entscheidender Bedeutung, in welcher Kultur welches diskur-sive Konstrukt erstmals aufkam, wie es sich logisch strukturierte, auf welche Wissensgebiete es sich auswirkte und welche sozialen Dispositive ihm Plausibilität und Gebrauchswert verschafften.

Leider handelte sich nicht bloß um einen »wissenschaftlichen« Diskurs von Philosophen und Geographen der großen islamischen Klassik. Schon Jahrhunderte zuvor findet sich in der arabischen Dichtung eine bemerkens-werte Verachtung der Schwarzen. Der Dichter Suhaym, ein schwarzer Freigelassener (gestorben 660), beklagt sich in einem Gedicht: »Wäre meine Farbe rosa, so würden mich die Frauen lieben, / Doch Gott hat mich mit Schwarzheit beschädigt«. Der schwarze Poet wertet seine Hautfarbe ab. Auf den ersten Blick könnte er eine erotische Aversion meinen, galt doch die dunkle Färbung der Haut – wie David Goldenberg feststellte – im gesamten östlichen Mittelmeerraum seit der Antike als erotisch nicht so anziehend wie die hellere. Aber weder erotische noch ästhetische Präferenzen beziehungsweise Aversionen indizieren eine moralisch-intellektuelle Vollwertigkeit beziehungsweise Minderwertigkeit. Aus bloßer Farbsymbolik lässt sich kein Rassismus herausklauben.

Wären diese Verse eine Ausnahme, dann gehörten sie nicht in unseren Zu-sammenhang. Doch sie sind keine: Gegen den schwarzen Statthalter von Sistan, eines Freigelassenen Sohn, erhob ein anonymer Dichter Ende des 7. Jahrhunderts die Schmähung: »Die Schwarzen verdienen ihren Unterhalt nicht / Durch gute Taten und haben keinen guten Ruf. / Die Kinder eines stinkenden Schwarzen aus Nubien, / In ihre Färbung hat Gott kein Licht gelegt.«

Hier geht es nicht mehr um erotische oder ästhetische Präferenzen; es geht um moralische und charakterliche Defizite. Das Gedicht reiht Klischees aneinander, die sämtliche Schwarzen, ob Muslime oder nicht, abwerten. Wenig später, etwa um 700, schmäht der arabische Dichter Kuthayyir seinen schwarzen Berufskollegen: »Ich sah Nusayb wie er sich unter die Menschen verirrte / Seine Farbe war jene des Viehs. / Man kann ihm wegen seiner glänzenden Schwarzheit sagen: / Selbst wenn er unterdrückt wäre, so hätte er doch das dunkle Gesicht eines Unterdrückers.«

Längst vor der großen Philosophie spricht hier ein arabischer Dichter einem Schwarzen das volle Menschsein ab. Und das Opfer dieser rassischen Verachtung bejammert seine eigene Hautfarbe. So klagt Nusayb der Ältere in einem Poem: »Ich bin pechschwarz, Moschus ist ebenfalls sehr dunkel, und / Es gibt keine Medizin gegen die Schwarzheit meiner Haut.« Wenn der begehrte Moschus dunkel ist, dann kann nicht alles schlecht sein, was dunkel ist – ein defensives Argument gegen ein übermächtiges Vorurteil. Nicht verwunderlich, dass der Hofpoet Abu Dulama (gestorben 776) seine Minderwertigkeit eingesteht: »Wir sind ähnlich an Farbe; unsere Gesichter sind schwarz und / Hässlich, unsere Namen schändlich.«

In den poetischen Diskursen zirkulierten also rassistische Klischees über die Schwarzen, etwa zweihundert Jahre bevor ein szientistischer Rassismus aufkam. Wieso passierte das? Bevor ich das darlege, will ich eine Anmerkung machen zum nachhaltigsten religiösen Argument für die Sklaverei, im Judentum, im Islam und im protestantischen Christentum. Es geht um den Fluch Noahs über seinen Sohn Ham. Bekanntlich erwähnt die Bibel in der Genesis (Kapitel 9, Vers 25) keine Hautfarbe Harns. Wie wurde dann aus der Verfluchung Harns eine Verfluchung der Schwarzen zur Sklaverei? Es besteht inzwischen durch die Untersuchungen von Benjamin Braude, David Goldenberg und Ephraim Isaac kein Zweifel mehr: Die rassische Bedeutung von Noahs Fluch über Ham entfaltete ihre soziale und diskursive Wirkung in der größten Sklavenhaltergesellschaft der Weltgeschichte. So schreibt der gelehrte Vielschreiber Tabari im 9. Jahrhundert über Noah: »Er betete, dass Harns Farbe sich verändern möge und dass seine Nachkommen Sklaven der Kinder Sems und Japhets sein sollen«. (6)

Die Korangelehrten mussten unablässig gegen diesen Irrglauben ankämpfen. Sie taten es jahrhundertelang, vergebens.

(6) Vgl. Benjamin Braude, Ham andNoah. Race,, Slavery and Exegesis in Islam, J iidaism, and Christianity. In: Annales, März 2002. Braude zeigt, dass das vielzitierte zweibändige Werk The Image of the Black in Western Art von Jean Devisse von Fehlern und, bei diesem Thema nicht verwunderlich, Ignoranz strotzt.

Ganz anders im christlichen Europa. Hier diente der Fluch Noahs dazu, die Leibeigenschaft zu rechtfertigen; auch diese Rechtfertigung war heftig umstritten. Mit den Schwarzen hatte der Fluch nichts zu tun. Erstmals begegnet die »schwarze Version« des Fluches 1444 in der Crönica da Guine des Portugiesen Gomes de Zurara: Er berichtet, daß die senegambischen Sklavenjäger ihr Tun rechtfertigten mit Noahs Fluch, welcher angeblich die Schwarzen betreffe. Die »schwarze« Version dieses Fluches ist also direkt aus der muslimischen Versklavungszone übernommen. Er spielte in den großen spanischen Debatten des 16. Jahrhunderts über die Legitimität des Versklavens überhaupt keine Rolle. Kein offizielles Dekret der katholischen Kirche hinsichtlich der Sklaverei hat sich je auf ihn berufen. Erst als die karibische Sklaverei in der Mitte des 17. Jahrhunderts zu einer schwarzen Sklaverei wurde, aktivierten protestantische Apologeten der Sklaverei diesen aus der islamischen Welt importierten Fluch.

Im 18. Jahrhundert wurde der »hamitische Mythos« die letzte argumentative Bastion der Verteidiger der Sklaverei. Die Abolitionisten bestritten diese Version entschieden. Die christliche Bildkunst folgte nicht der »islamischen« Version. Jene biblische Szene, in welcher Noah den Fluch ausspricht, findet sich auf unzähligen bildlichen Darstellungen. Wie Benjamin Braude dargelegt hat, zeigt keine einzige – von der Spätantike bis 1839 -einen dunkelhäutigen Hain!

Warum der Rassismus im größten sklavistischen System der Weltgeschichte Farbe bekam

Es ist lange bekannt und gut erforscht, dass Schwarzafrika in der Antike kein wesentlicher Sklavenlieferant war. Griechen und Römer bezogen ihre Sklaven vornehmlich aus dem Norden und dem Osten. Es ist lange bekannt und gut erforscht, dass die arabischen Eroberungen im 7. und 8. Jahrhundert den nordafrikanischen Kontinent geopolitisch völlig umgestalteten, mit einer tiefen religiösen, sprachlichen und kulturellen Kolonisierung. Und dass ab dem 10. Jahrhundert, als die letzten Stämme der Sahara konvertiert waren, die Deportation versklavter Afrikaner über die Sahara kontinuierlich in großem Umfang vor sich gehen konnte. Schwarzafrika wurde zur größten sklavistischen Lieferzone der Welt, etwa sechs Jahrhunderte lang, bevor das erste portugiesische Schiff die ersten Schwarzafrikaner an der Küste Senegambiens verlud.

Der Export von versklavten Schwarzafrikanern in die islamischen Kernländer, also nördlich und östlich der Sahara, war insgesamt viel umfangreicher als der transatlantische Export in die europäischen Kolonien. Der Um-fang der Deportationen versklavter Afrikaner aus Schwarzafrika beträgt ungefähr 28 Millionen Menschen in knapp 1300 Jahren. Nach Ralph Austen beziffern sich die Deportationen zwischen 650 und 1920 wie folgt: 4,1 Millionen über das Rote Meer, 3,9 Millionen über den Indischen Ozean, 9 Millionen über die Sahara, also insgesamt 17 Millionen Versklavte in die islamischen Kernländer (nicht eingerechnet die Sultanate und Emirate südlich der

Sahara); demgegenüber wurden von 1450 bis 1870 fast 12 Millionen Versklavte über den Atlantik verschleppt.?

Dieser enorme Zustrom schwarzer Sklaven in das Reich des Islam erklärt vieles. Der arabische Hautfarbenrassismus war nicht bloß ein philosophischer Diskurs, sondern genau wie Lewis es vermutete: Es war die Sklaverei, welche die arabische Erfindung des Hautfarbenrassismus begründete; ihre entmenschlichenden Prozesse machten das Untermenschentum der Schwarzen plausibel. Kulturell bedeutsam wurde, dass die islamische Welt als einzige sklavistische Gesellschaft Handbücher für Sklavenkauf hervorbrachte. Diese informierten darüber, welche Sklaven für welche Tätigkeiten besonders geeignet waren; sie spezifizierten also die ethnischen Eigenschaften, und sie verschafften der medizinischen und philosophischen Rassenlehre Eingang in den Alltag und eine alltägliche Plausibilität. Da man Sklaven je nach ihren »rassischen« Eigenschaften in sozialen, militärischen und ökonomischen Funktionen verwandte, stabilisierten sich die Vorurteile im Alltag.

Gegen Bernard Lewis wurde eingewandt, dass die muslimische Welt sich in den ersten Jahrhunderten überwiegend mit weißen Sklaven versorgt habe. Die Muslime versklavten vom 7. bis zum 10. Jahrhundert bei ihren Dschihads mehrere Millionen Griechen, Armenier, Nordafrikaner, Südeuropäer, Kaukasier, Inder; und sie kauften mehrere Millionen Türken, Turkmenen, Tataren und Mongolen und Slawen auf den Märkten. Der Rassismus gegen schwarze Hautfarbe muss verwundern angesichts des enormen Imports an »weißen« Sklaven in die islamische Welt. Also, lautet der Einwand, kann die direkte Beziehung zwischen Sklaverei und Hautfarbenrassismus nicht stimmen.

Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Man leugnet entweder, dass der Hautfarbenrassismus gegen die Schwarzen aus der arabischen Kultur stammt; und das heißt, man sucht seine Genesis woanders – etwa in der Antike -, gegen den schreienden Protest der Quellen. Oder man erklärt den Hautfarbenrassismus zu einem Phänomen, das mit der Sklaverei gar nichts zu tun habe; dann muss man einen »präexistenten Hautfarbenrassismus« annehmen, der sich bloß ableiten lässt aus der kulturellen Semantik, letztlich aus der kulturspezifischen Farbsymbolik. Mit der zweiten Möglichkeit ist jeglicher Scharlatanerie des »linguistic turn« Tür und Tor geöffnet.

Wie läßt sich diese Frage behandeln? Denn an ihr hängt die Unangefochtenheit eines fundamentalen Ausgangspunktes, den der Jamaikaner Eric Williams schon 1944 in seinem Buch Capitalism and Slavery zugrunde gelegt hat: Nicht der Rassismus führte zur Sklaverei, sondern die Sklaverei führte zum Rassismus. Da sich in die Diskussionen über die kulturelle Konstruktion von rassistischen Klischees keine Wirtschaftshistoriker einmischen und da Sklavereihistoriker sich bei Fragen der kulturellen Semantik zurückhalten, ist ein sehr simpler Umstand übersehen worden: Der arabische Sklaven

(7) Ralph A. Austen, The Trans-Saharan Slave Trade. A Tentative Census. In: Henry A. Gemery / Jan S. Hogendorn (Hrsg.), The Uncommon Market. Essays in the Economic History of the Atlantic Slave Trade. New York: Academic Press 1979.)

handel ist viel älter als die islamische Expansion. Antike Texte wie die Fahrtenbeschreibungen Periplous oder die Naturalis historia des Plinius belegen den arabischen Sklavenhandel, ja sogar die arabische Kolonisation an der Suaheliküste; diese muss bis in die augusteische Zeit zurückreichen. Arabische Seefahrer transportierten schon Jahrhunderte vor der islamischen Expansion schwarze Sklaven entlang der ostafrikanischen Küste, an welcher eine Reihe von Hafenstädten als arabische Kolonien anzusprechen sind. Anfang des 6. Jahrhunderts ließ der persische König Chosroes I. im Irak große Zuckerplantagen anlegen: Das war das früheste Modell für großformatige Plantagensklaverei. Arabische Seefahrer versorgten die persischen Plantagen mit ständigem Nachschub an afrikanischen Sklaven.

Das heißt: Für die Bewohner der arabischen Halbinsel hatte die Sklaverei lange vor den islamischen Eroberungen eine eindeutige Farbe, nämlich schwarz, bevor sie ruckartig, vom Ende des 7. Jahrhunderts bis zum 9. Jahrhundert, bunt wurde. Daher ist der Hautfarbenrassismus in der arabischen Welt wahrscheinlich zweihundert bis dreihundert Jahre älter, als wir dachten. Das Urteil des Historikers Pétrè-Grenouilleau in seinem Buch Les Traites negrieres (2004) – »Der Sklavenhandel in Richtung der islamischen Welt und der Rassismus gegen die Schwarzen entwickelten sich simultan« – basiert also auf einer richtigen Prämisse. Zu modifizieren ist es insofern, als die arabische Kultur schon längst eine rein schwarzafrikanische Sklaverei pflegte, bevor die islamische Expansion einsetzte und das größte sklavistische System schuf, welches die Weltgeschichte kannte. Dabei ergab sich eine Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Die ruckartig geänderte ethnische Zusammensetzung der Sklavenimporte schuf die bunt gewordene Sklaverei des islamischen Weltsystems. Diese Buntheit vermochte den vorhandenen Hautfarbenrassismus allerdings nicht mehr substantiell zu beeinträchtigen. Die Klimatheoretiker operierten zwar mit einem trichotomischen Rassismus; doch in der sozialen Realität bildete sich ein dichotomischer Rassismus, genau wie achthundert Jahre später in den europäischen Kolonien Amerikas. Sozial erzeugte kulturelle Wahrnehmungsmuster können weiterbestehen und kräftig weiterwirken, obwohl sie in der neuen historischen Wirklichkeit nicht mehr lückenlos plausibel sind. Manche Diskurse scheinen eine relative Autonomie zu genießen. Und wir wissen nie, was diese Autonomie noch alles anzurichten vermag.

Professor Dr. Egon Flaig, Universitäts Greifswald

Merkur 735 / 2010

Quelle

Deutschland ist und bleibt ein antisemitischer Dreckshaufen…

Interessanter Artikel von „Murat Altuglu“ (sicher kein „Bio-Deutscher“) auf der Achse des Guten: „Deutsche Medien am Rande des Nervenzusammenbruchs„:

Die Deutschen Qualitätsmedien berichten mal wieder über Israel. Diesmal geht es um E1, ein Paar Hügel östlich von Jerusalem. Dort sollen sich ein paar Tausend Juden ansiedeln. Big deal, würde man in den USA sagen. Aber in Deutschland, landauf, landab, die Medien kriegen sich nicht mehr ein. Aus der Zeit erfahre ich, die Juden, die tun das mit „Tricksereien.“ Bei der FAZ ist eine „bedenkliche Grenze“ überschritten. Die SZ indoktriniert, Pardon, informiert: „Ist der Ruf erst ruiniert, baut es sich ganz ungeniert.“ Und das deutsche Staatsfernsehen erklärt „im Klartext“ dem Zuschauer, dass „die Palästinenser für immer als Menschen zweiter Klasse in einem jüdischen Staat leben“ müssten. (Es ist dann wohl reine Ironie, dass insbesondere Menschen aus Afrika ihr Leben riskieren, um als Menschen dritter Klasse in Israel zu leben.) Es ist wichtig die Motivation dieser Journalisten zu hinterfragen und zu wissen, was diese Leute antreibt, auf solche Art und Weise über Israel zu berichten.

Beruflich (und aus eigenem Treiben heraus) beschäftige ich mich intensiv mit Menschenrechten und dem Handeln von Staaten. Ich habe daher einen guten Überblick sowohl über das, was so in aller Welt passiert, als auch wie darüber berichtet wird. West-Papua, Süd-Molukken, Sulawesi, Chittagong Hill Tracts, West-Sahara, Tibet, Xinjiang, usw. Alles Gebiete, in denen die Einheimischen vertrieben und verfolgt werden. Und zwar auf eine Art und Weise, die meistens der Definition eines Genozids auch entspricht. Jeder, der sich mit diesen Fällen beschäftigt (also kein deutscher Journalist), weis wie schwer, und oft unmöglich es ist an Informationen heranzukommen. Berichte sind mangelhaft, da die Menschen sich selbst überlassen sind.

Die allermeisten (wenn nicht alle) Deutschen, die sich mit Israel beschäftigen, einschließlich der Journalisten, die beflissentlich über Israel berichten, haben noch nie was von diesen Fällen gehört; haben keinerlei Ahnung, wo diese Leute überhaupt zu finden sind. Vor allem jedoch, sie haben keinerlei Interesse, erst recht keine Empathie für dieses Unrecht. Über die jüdischen Vergehen wird allabendlich seit Jahrzehnten berichtet. Die deutschen Wohnstuben sind mit Infos dazu saturiert. Ich wäre aber mehr als überrascht wenn die Tagesschau einmal berichten würde (50 Jahre Zeit hatten sie ja): „Die Juden bauen auf E1, and in other news, auf West-Papua (der Nachrichtensprecher eine ungenaue und weitschweifige Handbewegung über die Karte des West-Pazifik machend) sind anscheinend 100.000 Menschen hopsgegangen; irgendwie durch irgendwen.“

Siehe auch: Henryk M. Broder: „An meinen Lieblings-Antisemiten!

„Schland“ … wie sich die „toleranten“ Germanen oder „Deutschen“ dieser Tage gerne nennen … ist und bleibt ein antisemitischer Dreckshaufen. Und es wird von Jahr zu Jahr schlimmer.

Nicht dass es in Felix Austria irgendwie besser wäre. Allerdings ist unsere Relevanz nur historisch. Die Habsburger haben bekanntlich bei uns nur mehr minimalst etwas zu melden. Was ja auch irgenwie positiv ist.

Um zu Germanistan zurückzukommen: Als Österreicher würde man sagen: „Echt koa schiane Leich!“

Christian Ortner: „Prolokratie – Demokratisch in die Pleite“

Christian Ortner hat ein neues Buch veröffentlicht: „Prolokratie – Demokratisch in die Pleite“.

Der auf seinem Blog www.ortneronline.at veröffentlichte Auszug macht Lust auf mehr:

Jessica ist arbeitslos, ziemlich pleite und daher dringend an Bargeld interessiert. Deshalb ruft Jessica, der Stimme nach eine Mittzwanzigerin, bei einer jener spätabendlichen Call-In-Quizsendungen des deutschen Krawallfernsehens an, in der es für die richtige Beantwortung einer nicht allzu anspruchsvollen Frage einige hundert Euro zu gewinnen gibt. »Eine deutsche Automarke mit vier Buchstaben, deren erster ein A ist.«

Das will der Moderator von Jessica wissen, bevor sie sich über den Gewinn von 500 Euro freuen darf. Jessica denkt nach. Nach einigen Augenblicken kommt ohne erkennbaren Zweifel die Antwort: »BMW«.

Was Jessica zu dieser originellen Antwort bewogen hat, bleibt im Dunklen. Vielleicht hat sie geraten, vielleicht sind das Alphabet mit seinen vielen Buchstaben und das Zählen nicht ihre Stärke, vielleicht fährt ihr Freund Kevin, auch er vermutlich in eher prekären finanziellen Verhältnissen, einen tiefer gelegten BMW und hat damit ihr Markenbewusstsein fokussiert. Es ist im Grunde auch uninteressant und Jessicas Privatsache mit welchen Bildungsstandards sie sich zufrieden gibt. Es ist auch nicht sinnvoll, sich über sie aus einer albernen bildungsbürgerlichen Pose zu amüsieren. Ihre Unfähigkeit, derart schlichte Problemstellungen zu lösen, ist vermutlich von ihr eher nicht freiwillig gewählt, sondern Folge einer ganzen Reihe unglücklicher Einflüsse, für die sie nichts kann.

Das Problem ist, dass trotz ihrer erkennbaren Unfähigkeit, einfachste Zusammenhänge zu begreifen und daraus einen vernünftigen Schluss zu ziehen, Jessica berechtigt ist, und in gewisser Weise auch die Pflicht dazu hat, im demokratischen Prozess im Wege von Wahlen wichtige Entscheidungen über die Zukunft ihrer Heimat zu treffen. Entscheidungen, die in vielen Fällen derart kompliziert sind, dass Jessica nicht einmal dann eine Chance hätte, eine leidlich wissensbasierte Entscheidung zu treffen, wenn sie auch nur annähernd verstünde, worum es geht. Wäre Jessica ein beklagenswerter Einzelfall oder auch nur Teil einer bedauernswerten, aber für den demokratischen Prozess letztlich wenig relevanten Minderheit, so würde das zwar auf ein Problem des Bildungssystems hindeuten, nicht aber auf eines der Demokratie insgesamt. Leider gibt es viele Indizien, die zeigen, dass es verdammt viele Jessicas und Kevins gibt. Sie verkörpern also nicht ein kleine Minderheit, sondern gehören zu einer relevanten, wenn nicht gar ausschlaggebenden Gruppe von Wählern. Der Verdacht liegt nahe, dass Typen wie Jessica und Kevin in der westlichen Demokratie des 21. Jahrhunderts der Souverän sind.

Wer diesen Souverän erkunden will, der kann zum Beispiel den Chef eines erfolgreichen österreichischen Technologieunternehmens aufsuchen und sich von diesem erklären lassen, dass ein erheblicher Teil der jugendlichen Bewerber um Ausbildungsplätze trotz Schulabschlusses nicht in der Lage ist, die deutsche Sprache und die Grundrechnungsarten ohne Absturzgefahr zu verwenden. Wer diesen Souverän erkunden will, der kann zum Beispiel am frühen Morgen in einem beliebigen städtischen Massenverkehrsmittel dessen Lesegewohnheiten studieren, sofern man angesichts der dabei konsumierten medialen Hervorbringungen überhaupt noch von »lesen« sprechen kann. Das letzte Mal, dass im deutschen Sprachraum in der U-Bahn oder im Bus ein Buchleser beobachtet werden konnte, dürfte Ende der 1960er Jahre gewesen sein, seither ist diese Spezies ausgestorben wie der Dodo auf Mauritius.

Wer diesen Souverän erkunden will, der kann das mithilfe eines ganz alltäglichen Werbeblocks im Fernsehen erledigen. Da werden Männern allen Ernstes Heilsalben angepriesen, mit denen sie angeblich in einer Woche zwei Zentimeter Bauchumfang verlieren können. Frauen werden in aller Regel als hirnlos quasselnde Dumpfbacken vorgeführt, deren zentrales Konversationsthema der Blähbauch und seine Behandlung durch rechtsdrehende Molkereiprodukte ist. Dergleichen geht nicht auf Sendung, weil die Werbewirtschaft so blöd wäre. Dergleichen geht auf Sendung, weil die Werbewirtschaft die eher geringe intellektuelle Belastbarkeit der von ihr angesprochenen Menschen sehr genau vermessen und erhoben hat. Was uns die Werbung zeigt, das sind Jessica und Kevin in freier Wildbahn – der Souverän und sein zentrales Lebensthema, der Blähbauch, sozusagen.

Bedenklich dabei ist, dass eben diese Mitmenschen nicht nur Zielgruppe für Bauchumfangreduktion und Blähbauchprävention durch Quackmethoden sind, sondern auch im demokratischen Prozess mit ihrer Stimme über hochkomplexe Fragestellungen entscheiden. Wer am Freitag im Drogeriemarkt zur »Bauchweg-Creme« greift, darf am nächsten Wahlsonntag zumindest indirekt über die zukünftige Ausgestaltung der europäischen Finanzarchitektur abstimmen.

Sehr beruhigend ist dieser Gedanke nicht. Dagegen spricht das Argument, dass die westeuropäischen Demokratien mit Jessica und Kevin als Souverän in den Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg sich nicht gerade schlecht entwickelt haben. Kaum ein anderes politisches Betriebssystem hat innerhalb einiger Jahrzehnte so viel Wohlstand für so viele geschaffen wie die europäische Parteiendemokratie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Leider wissen wir mittlerweile, dass zwar ein erheblicher Teil dieses Wohlstandes ehrlich erarbeitet worden ist, ein nicht geringer Teil jedoch auf Pump geschaffen wurde. In manchen Ländern weniger, etwa Deutschland und Österreich, in anderen mehr, zum Beispiel Griechenland und Italien.

Letztlich wurde überall mit der gleichen Methode Politik betrieben: Die Regierungen machten Schulden, um die Wähler mittels immer neuer sozialer Wohltaten zu bestechen und damit den eigenen Machterhalt abzusichern. Völlig zu Recht hat der tschechische Außenminister Karl Schwarzenberg diesen Zusammenhang als den »moralischen Urgrund der Krise« benannt, die Europa seit Jahren erschüttert. Die Politiker gehen dabei eine unheilvolle Allianz mit Jessica und Kevin ein.

Der Souverän verhält sich im demokratischen Prozess höchst rational, indem er regelmäßig jenen Politikern und jener Partei seine Stimme gibt, die ihm das finanziell attraktivste Angebot machen. Bietet also Kandidat A eine Erhöhung der Renten um 2 Prozent und Kandidat B eine um 4 Prozent an, ist völlig klar, wer die Wahl gewinnt und wer sie verliert. Mit dem Hinweis, dass eine Erhöhung der Renten eigentlich nicht zu verantworten, ja eine Kürzung zur Abwendung der Staatspleite unumgänglich sei, braucht ein Politiker gar nicht zu Wahlen anzutreten, wie unzählige Beispiele zeigen. Auch in der Politik gilt, dass jede gute Tat sich unerbittlich rächt. Demokratisch immer höhere Sozialleistungen durch immer mehr Schulden herbei zu wählen, funktioniert nur bis zu jenem Moment, ab dem die Gläubiger nervös werden, ob sie ihr Geld wieder sehen werden. In mehreren europäischen Staaten ist dieser Punkt bereits erreicht, in Deutschland und Österreich zwar noch nicht, aber die Entwicklung ist auch in den solider wirtschaftenden Staaten durchaus die gleiche.

Gleichzeitig verschiebt sich durch diese demokratische Technik des Machterhaltes mittels Wählerbestechung zu Lasten künftiger Generationen das Verhältnis zwischen der Zahl jener, die Nettoempfänger des Staates und seiner milden Gaben sind, und jener, die diesen Staat durch ihre Arbeit und ihre Leistung finanzieren. Erstere werden tendenziell immer mehr, zweitere hingegen immer weniger. Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist die Demokratie akut in Gefahr, sich höchst demokratisch in die Pleite zu wählen. Denn die Mehrheit der Nettoempfänger wird durchaus rational und ganz legitim für immer neue und immer teurere Sozialleistungen stimmen. Da sie keine Einkommenssteuern zahlen, haben Jessica und Kevin dabei nur zu gewinnen. Die Leistungsträger und Nettozahler können und wollen diese Lasten jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt schultern. Irgendwann ist ihnen beim schlechtesten Willen keine zusätzliche Steuerleistung mehr abzupressen.

Wohin das führt, hat schon Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten, geahnt: »Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, indem ihr die Starken schwächt. Ihr werdet denen, die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, nicht helfen, indem ihr die ruiniert, die sie bezahlen. Ihr werdet keine Brüderlichkeit schaffen, indem ihr Klassenhass schürt. Ihr werdet den Armen nicht helfen, indem ihr die Reichen ausmerzt. Ihr könnt den Menschen nie auf Dauer helfen, wenn ihr für sie tut, was sie selber für sich tun sollten und können.«

Ab diesem Punkt wird es für einen Staat eng. Die Mehrheit wählt sich fidel eine permanente Ausweitung ihrer Komfortzone herbei, die von der Minderheit der Steuerzahler irgendwann nicht mehr finanziert werden kann. Eine Zeit lang ist die Differenz noch durch Schulden und immer neue Schulden zu überbrücken. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem es keine neuen Kredite mehr gibt. Dann heißt es, Game Over. Genau dieser Prozess vollzieht sich seit Jahrzehnten in der großen Mehrzahl der europäischen Demokratien, aber zum Teil auch in den USA und in Japan. In dieser Dimension noch nie zuvor gesehener staatlicher Daseinsvorsorge stehen in dieser Dimension noch nie gesehene Schuldengebirge gegenüber.

Der Verdacht liegt nahe, dass dem demokratischen System, wie wir es kennen, die frivole Neigung zum Staatsbankrott innewohnt. Und zwar nicht durch Missbrauch, durch untaugliches politisches Personal oder politische Betriebsunfälle, sondern weil es gleichsam in seiner Natur liegt. In Einzelfällen ist es Staaten ab und zu gelungen, demokratische Mehrheiten für notwendige Sparmaßnahmen und damit eine Reduktion des Wohlstandes der Mehrheit zu organisieren. Die Regel ist das aber nicht, sonst wären die demokratischen Staaten in Summe nicht heute in einem Ausmaß verschuldet, das die Grenze des Vernünftigen schon weit hinter sich gelassen hat und in die Region des Gefährlichen vorgedrungen ist.

Daraus ergeben sich ein paar heikle Fragen. Ist die Demokratie, so wie wir sie heute kennen, wirklich das Beste aller denkbaren politischen Betriebssysteme zur Bewältigung der sehr turbulenten Zeiten, die vor uns liegen? Was sollte an dieser Demokratie verändert werden, um ihre fatale Neigung zur Überschuldung zu beseitigen? Oder gibt es gar Alternativen zur westlichen Parteiendemokratie, die deren Vorteile erhalten, ohne deren Nachteile in Kauf nehmen zu müssen?

Das Buch kann man im gutsortierten Buchhandel oder über Amazon beziehen.

 

„Die Unschuld der Muslime“ – provokante und unwahre „Beleidigung“ oder doch faktenbasierte Satire?

Nachdem sich alle über den „ekelhaften“, „völlig überzogenen“, „realitätsfremden“, „beleidigenden“ und was weiß ich noch alles Filmzusammenschnitt von „Die Unschuld der Muslime“ aufregen, die einen durch ein bisschen Morden und Brandschatzen, die anderen in politisch korrekter, vorauseilender Unterwerfung und Verleugnung ihrer Identität, sollte man sich doch mal mit den einzelnen Szenen „kritisch und differenziert“ beschäftigen und anhand des Korans bzw. der Hadithe abklopfen, wie nah oder fern die (satirisch) dargestellten Szenen vom (auf original islamischen Quellen basierenden) überlieferten Leben des Onkel Mo eigentlich wirklich sind.

Ein Anonymer („Babieca“) hat sich die Arbeit angetan, einen „Reality“-Check des Zusammenschnitts durchgeführt und folgendes herausgefunden:

Die Namen der Leute, die in dem Video eine größere Rolle spielen, sind Khadija, Abu Bakr, Omar, Aisha, der Esel Yafor, Safiya und Kinana von den Banu Nadir, Umm Qirfa, Hafsa. Die Film-Episoden sind allesamt durch islamische Quellen belegt (wenn auch teilweise etwas frei erzählt):

1. Mohammed als Zweijähriger

Fakt: Er wurde als Waisenjunge aufgezogen. Später ließ er viel Unsinn los über Schwangerschaften, die vier Jahre dauern können (Hadith). Das wurde hier verquickt. Insgesamt die faktisch schwächste Stelle des Trailers.

2. Mohammed und Khadija

Die Unternehmerin heiratete ihn; bei ihr fand er Ruhe vor den Visionen des Teufels. Korrekt: Khadija tröstete ihn, wickelte ihn bei sich ein und schützte ihn vor dem Teufel. Anlaß: Mohammed hatte eine Vision, sah den Engel, der ihm auch in der Höhle von Hira gesehen hatte, auf einem Stuhl zwischen Himmel und Erde. Furchtbar erschrocken kehrte er zu Khadija zurück und bat sie: Umhülle mich. Daraufhin wurde ihm die Koranverse 74:1-5 enthüllt. (74 = Der Verhüllte)
Rudi Paret (74:1 bis 5):

Der du dich (mit dem Obergewand) zugedeckt hast
Stell dich auf und warne (deine Landsleute vor der Strafe Allahs)!
Und preise deinen Herrn,
reinige deine Kleider
und meide die Besudelung (durch den Götzendienst)!

3. Der Esel Yafor

Vollkommen richtig! Hadith, über Ibn Kathir überliefert:

Der Prophet wandte sich an den Esel und fragte ihn: Wie heißt du? Und der Esel antwortete: “Yazid Ibn Shihab. Allah hat aus meinem Stamm 60 Esel erschaffen, von denen nie einer geritten wurde – mit Ausnahme von Propheten (…). ich erwarte, dass du mich reitest. (…). Der Prophet erwidert: Ich werde dich Ya’foor nennen, Oh Ya’foor. Ya’foor antwortete: Ich gehorche. Darauf fragte der Prophet: Begehrst du Frauen (also Eselstuten, ed.)? Der Esel antwortete: “Nein!”

Im Hadith steht auch, dass der Esel vorher einem Juden gehörte, den der Esel immer zu Fall brachte, woraufhin der Jude ihn trat. Also ein durch und durch islamisches, judenhassendendes Moslemtier. Dieser Esel Ya’foor (Yafur) soll sich übrigens laut Hadith bei der Nachricht von Mohammeds Tod aus Verzweiflung in einen Brunnen gestürzt haben.

Der Koran als Mix aus Tora und Bibel geht aus dem Koran selbst hervor, vor allem Sure 2 und 5.

4. Mohammeds Visionen

bleiben in seiner Frühzeit als Prophet plötzlich aus, Waraqa stirbt und er will sich deshalb verzweifelt vom Berg stürzen: Vollkommen korrekt! Hadith Bukhari, Volume 9, Buch 87, Nummer 111:

Aisha erzählte: “Auch die göttliche Eingebung blieb für eine Weile aus und der Prophet wurde so traurig, daß er, wie wir hörten, sich einige Male von den Gipfeln hoher Berge stürzen wollte.

(Waraqa bin Naufal bin Asad bin ‘Abdul ‘Uzza bin Qusai war der Cousin von Khadija, ein alter Christ und Chronist, der die Überlieferung der vorislamischen Zeit sowie Mohammeds Visionen als neue Zeit des Islam aufschrieb. Von Waraqa hatte Mohammed sein Wissen über die Bibel)

5. Mohammed und seine Räuber

(Männer töten, Frauen gefangen nehmen, Kinder der Ungläubigen schänden, töten, versklaven):

Korrekt! Koran Sure 8 (die Beute). Ebenfalls im “Buch über Jihad und Raubzüge” (“Kitab al-Jihad Wa’l-Siyar”, 17. Buch der Hadithsammlung von Sahih Muslim).

6. Mohammed kann alle Frauen haben, die er will

dazu mehr als alle anderen Gläubigen: Richtig! Steht exakt so in Koran 33:50. Jericho-Episode. Richtig. Ist islamischer Glaube. Spiegelt auch den islamischen Hass auf Juden, die aus islamischer Sicht von Allah pausenlos bestraft wurden, weshalb sie so widerlich sind. Im Kontext die kompletten Suren 2, 3 und 5.

7. Der Tod der 120jährigen Umm Qirfa

vom Stamm der Banu Fazara durch Zerreißen durch zwei Kamele, die an ihr linkes und rechtes Bein gebunden waren, ist vollkommen korrekt! Angeordnet wurde die Hinrichtung 628 durch den Heerführer und Sieger von der “Schlacht bei Wadi-I-Kura”, Zeid bin Haritha, Adoptivsohn Mohammeds; ausgeführt durch Keis bin Almusahhar.

8. Safiya und Kinana

von den aus Medina geflüchteten Banu Nadir: Richtig! Hadith. Kinana als Stammesführer verwahrte den Stammesschatz: Mohammed ließ Kinana, nachdem er den Schatz dank Petzern gefunden hatte, als Strafe für sein Schweigen foltern (u.a. durch ein Feuer auf seiner Brust”). Anschließend wurde Kinana vor Safiyas Augen umgebracht. Safiya wurde Mohammeds persönliche Beute, konvertierte zum Islam, um ihr Leben zu retten.

9. Hafsa erwischt Mohammed im Bett mit ihrer Kopten-Sklavin Maria:

Korrekt, wenn auch klamottig dargestellt. Hadith Bukhari 3/43/648. Seine Frau Hafsa bint Umar hat ihn tatsächlich mit ihrer Dienerin, der koptischen Sklavin Maria, im Bett erwischt. Außerdem war Aischa stinksauer und schwerst eifersüchtig auf Mo, weil er Hafsa als weitere Frau genommen hatte. Später verbündeten sich die beiden Frauen und krittelten an Mo herum. Diese Szene ist sozusagen eine Zusammenfassung. Ihr Kern ist die Hafsa-Maria-Mohammed-Aisha-Beziehung. Außerdem dargelegt in Sure 66:1 bis 6.

Ibn Abbas fragte [laut Bukhari 3/43/648] einstmals Umar, den bekannten Gefährten Mohammeds und sein zweiter Nachfolger als Führer der muslimischen Gemeinde, über den Anfang der medinischen Sure 66:

“O Herr der Gläubigen! Wer waren die zwei Damen unter den Frauen des Propheten, zu denen Allah sagte: ‘Wenn ihr zwei in Reue zurückkehrt, …’(66:4)”

“Der Hintergrund dieser Geschichte ist, dass Hafsa Mohammed mit seiner Konkubine, der Koptin Maria, im Bett erwischt hatte, (und das) an dem Tag, den er mit Hafsa verbringen sollte. Mohammed versprach, Maria fernzubleiben und ersuchte Hafsa, die Sache geheim zu halten, aber Hafsa erzählte sie Aisha. Da schritt Allah ein mit der Offenbarung einer drohenden Scheidung, die wir nun in (66:1-6) finden, und die Mohammed von seinem Schwur befreite, Mariens zu entsagen.”

Englische Abhandlungen über diese Episode: answering-islam.org und forums.catholic.com

Diese Szene hat wohl einen Vorläufer, denn es gab im Internet mal folgenen flapsigen Dialog, zusammengestellt von einem Kenner der Materie:

Hafsa: “Rasulullah you lied and and deceived me to sleep with my maid”?
Prophet: ”Hafsa mind your language. Aya 33.32* says you should talk to Allah’s Prophet in an a honorable manner”.
(* 33.32 “O wives of the Prophet! Speak to the prophet in an honorable manner”.)
Hafsa: “I will speak honorably to the prophet when the Prophet stops acting dishonorably himself”.
Prophet: “Having sex with slave girls is not dishonorable. Allah has made* them halal for me”.
(*33.50 “Mohammed , sex with slave girls and captured women is halal for you*)
Hafsa:” I don’t give a rat’s behind who is is halal for you and who is is not .. You can have sex with a she camel for all I care. But I don’t want it in my bed and on my night”.
Prophet: “Hafsa ,calm down. I will tell you something. If you keep this incident a secret between you and me and don’t tell any one, I take an oath that I will never touch Maria again. And Please cool down first . Go have a drink of cold water….
Later on…
Hafsa: “Rasulullah, You have a short memory. You had just said you will not touch her again”.
Prophet: “Yes I did, but Allah revealed aya 66.1 after you left, it says “Mohammed why do you forbid yourself what Allah has made lawful to you just to please your wife”
Hafsa: “What about the oath you took.”
Prophet:: “Allah dissolved my oath” by aya 66.2 which says Allah has ordained for you the dissolution of your oath. And Allah is your Maula”.

Soviel zu den Fakten.

Hmm. Eigenartig. Also näher dran an der „Realität“ (oder was bei Religionen auch immer darunter verstanden wird), als die meisten Pappnasen der veröffentlichten Meinung mangels intensiverer Beschäftigung mit dem Thema akzeptieren können? Wobei, ohne bärtige Dynamiten in der Nachbarschaft wäre es ja auch pure Zeitverschwendung sich mit Onkel Mo’s gesammelten Ferkeleien aus 1001 Alptraumnacht intensiver auseinander zu setzen.

Allerdings gilt auch:

„Du musst deinen Feind kennen, um ihn besiegen zu können.“
– Sunzi, chinesischer Philosoph und Stratege („Die Kunst des Krieges“)

Das sollten sich einmal alle Islam-Apologeten, Differenzierer, Beschwichtiger, Verharmloser und Ignoranten hinter die Ohren schreiben. Denn dass der Islam im Fall des Falles (bzw. sobald seine Anhänger in der Mehrheit sind) nicht der Freund derartiger Pappnasen ist, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben.

Warum Appeasement nicht funktioniert und noch nie funktioniert hat, und warum die Meinungsfreiheit über alles in dieser, unseren westlichen Zivilisation gehen sollte, habe ich u.A. im ersten Teil dieses Artikels geschrieben.

Zum Abschluss noch eine Frage im Kontext der aufgeklärten, westlichen Zivilisation:

Was darf Satire? Alles!
– Kurt Tucholsky

(Quelle des Faktenchecks: hier)