Panoptikum der (bundesgermanischen) Relativierer und ein Hauch von Meinungsfreiheit

Es ist ein Trauerspiel wie großteils die versammelte Riege der bundesgermanischen „Experten“, „Journalisten“ und „Politiker“, diesen Schaustellern der veröffentlichen Meinung, denen im Grunde nichts und niemand wichtig ist, außer ihrem Ego und ihrem Leben, wie Maden im Speck, die mit wackelnden Knien, klein und ängstlich zum Mikrofon oder dem Bleistift greifen, um gegen die Meinungsfreiheit, als eine der wichtigsten Säulen, wenn nicht gar die wichtigste Säule unserer westlichen Zivilisation, mit fadenscheinigen Argumenten vorzugehen.

Spott, Hohn und satirische Kritik, auch und selbst wenn sie (zum Teil) auf historischen und / oder belegbaren Wahrheiten beruhen sollten, sind nur mehr erlaubt, wenn nicht mit handgreiflicher „Kritik“ bis hin zu Mord und Brandschlag gerrechnet werden muss. Wer mit Zündhölzern, Knüppel, Sprengstoff und anderen Waffen „argumentiert“, behält Recht, wer die Abartigkeit dieser „Argumentation“, die ja nichts anderes als die Ohnmacht der Wort- und Argumentlosen darstellt, aufzeigt oder (zugegeben, auch provokant) befördert, ist der, der „Öl ins Feuer gießt“ und letztendlich verantwortlich gemacht werden soll.

Dieses Vorgehen, auch „Appeasement“ zu nennen, hat noch nie funktioniert. Auch damals nicht, als ein kleiner, erfolgloser, österreichischer Postkartenmaler in Germanistan mit ähnlichen Methoden wie die der Argumentlosen als erster Migrationshintergründler „Erfolg“ hatte und an die Macht kam und seine Politik anfangs beschönigt, ingoriert und lange auch toleriert wurde. Wie es ausgegangen ist, steht in den Geschichtsbüchern.

Die Riege der oben erwähnten Schausteller lebt offenbar nach dem Satz von Winston Churchill: „Beschwichtigen heißt, ein Krokodil zu füttern, in der Hoffnung, dass es einen zuletzt frisst.“ Was sie dabei übersehen, irgendwann werden sie doch gefressen, denn der Futtertrog wird leer sein.

Der Fairness halber soll auch noch erwähnt werden, dass es einige Stimmen der Vernunft gibt. Allerdings verschwinden diese Artikel schnellstens von den Titelseiten, so sie denn je dort zu finden waren.

Hier eine kleine Auswahl im Panoptikum der bundesgermanischen Relativierer und Beschwichtiger. Und auch der eine oder andere (versteckte) Hauch von Meinungsfreiheit.


  • Als eine “tiefgreifende Beleidigung” bezeichnete Ali Kizilkaya das Video. Der Sprecher des Koordinationsrats der Muslime in Deutschland sagte der Tageszeitung “taz”, dass von freier Meinungsäußerung keine Rede mehr sein könne. Auch Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, plädierte für ein Verbot. “Wir laufen Gefahr, dass der öffentliche Frieden hier empfindlich gestört wird”, sagte er in den ARD-„Tagesthemen“. Daher sollten alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/mohammed-video-deutsche-muslime-streiten-ueber-auffuehrungsverbot-a-856395.html#ref=rss
  • Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sprach sich in den Tagesthemen für ein Aufführverbot aus: “Wir müssen alle rechtlichen Mittel ausschöpfen”, sagte er. Seine Organisation unterstütze daher den Kurs von Bundesinnnenminister Hans-Peter Friedrich, der derzeit eine entsprechende Maßnahme prüfen lässt. Andernfalls befürchte er, “dass der öffentliche Frieden empfindlich gestört wird”, ergänzte Mazyek. Dies könne dazu führen, dass Extremisten jeglicher Couleur Straßenschlachten anzettelten. Der Film setze an, “die Würde der Religionsanhänger zu verletzen. Dies habe mit Meinung nichts zu tun. Angesichts der Gewalt in Teilen der muslimischen Welt sagte er, die Mehrheit der Muslime lehne dies ab. “Dieses Verhalten hat mit dem Islam nichts zu tun”. http://www.tagesschau.de/inland/schmaehfilm112.html
  • „Innenminister will Vorführung von islamfeindlichem Film verhindern“, überschrieb die Nachrichtenagentur AFP ihre Meldung. Doch so einfach ist es nicht. Wenn der Minister gegen die Verbreitung des Schmähvideos „Die Unschuld der Muslime“ vorgehen will, hat er es nicht leicht. „Staatliche Eingriffe in die Meinungsfreiheit sind sehr sensibel“, sagt der Kölner Medienrechtler Rolf Schwartmann. Mit seiner Aussage, er wolle „mit allen rechtlich zulässigen Mitteln“ gegen Provokationen vorgehen, hat Friedrich Entschlossenheit suggeriert – und zugleich nichts Angreifbares gesagt. http://www.focus.de/politik/deutschland/streit-um-anti-islam-video-das-christentum-geht-mit-kritik-gelassener-um_aid_821451.html
  • Man hört und staunt. Die Meinungsfreiheit (und die Freiheit der Kunst) werden bei uns nur noch dann verteidigt, wenn sie nicht die „öffentliche Sicherheit“ beeinträchtigen. Deshalb setzt sich die Bundesregierung – unterstützt von einem Großteil der Opposition – für ein Aufführungsverbot des Films „Die Unschuld der Muslime“ ein. Das heißt in der Praxis: Je aggressiver sich jene aufführen, die sich durch Wort, Ton, Bild oder Schrift beleidigt fühlen, desto eher können sie ein Verbot des beleidigungsverursachenden Mediums bewirken. Gewalt wird belohnt. Steine siegen. http://www.tagesspiegel.de/meinung/kontrapunkt-meinungsfreiheit-gleiches-recht-fuer-alle/7144110.html
  • Die nun den »Zusammenstoß der Zivilisationen« erneut inszeniert haben, sind offenkundig keine Freunde der neuen amerikanisch-islamistischen Freundschaft. Die Hintermänner des Films können in Teilen des amerikanischen, in Opposition zur Obama-Administration stehenden Establishments vermutet werden, wobei vor allem die US-»Neocons« zu nennen wären. Zumal diese mit den Rechtszionisten ein Herz und eine Seele sind. Israel, das seine Kriegspolitik nur in Symbiose mit dem US-Imperialismus durchzustehen vermag, dürfte über die neue Nahost-Konstellation, wie sie sich aus dem Bündnis zwischen den NATO-Staaten und der arabisch-sunnitischen Reaktion ergibt, kaum glücklich sein. Denn eine solche Allianz schmälert erheblich den strategischen Wert des zionistischen Staates für die US-Hegemonialpolitik. http://www.jungewelt.de/2012/09-18/023.php
  • Erdogan und der ägyptische Präsident Mohammed Mursi wollen offenbar nicht verstehen, dass in einer Verfassungsdemokratie der Premier oder Präsident gar nicht die Macht und das Recht haben, die freie Meinungsäußerung einzuschränken. Wenn Obama sagt, der islamfeindliche Film sei unwürdig und repräsentiere nicht die Meinung der US-Regierung, ist das eben nur seine Privatmeinung – und nicht das Gelöbnis, die Macher des Films zu bestrafen. http://www.welt.de/?config=articleidfromurl&artid=109281308
  • In der islamischen Welt nehmen die Proteste gegen das Video «Die Unschuld der Muslime» kein Ende. Es kommt zu gewalttätigen Ausschreitungen, westliche Botschaften werden angegriffen. Das ist beängstigend und zwingt den Westen, über allfällige Grenzen der Meinungsfreiheit nachzudenken. http://www.drs2.ch/www/de/drs2/sendungen/drs2aktuell/2643.bt10241399.html
  • Erst schien es so, als sei Nakoula, auch unter dem Namen Sam Bacile bekannt, der Hauptverantwortliche. Langsam stellt sich aber heraus, dass an der Entstehung und Verbreitung des Videos ein ganzes Netzwerk antiislamischer Propagandisten beteiligt war: Blogger, Aktivisten, ägyptische Kopten in den USA. Der progressive Autor Max Blumenthal spricht in diesem Zusammenhang von einer “Achse der Islamophobie”. Seiner Ansicht nach ist das dieselbe Achse, die auch den norwegischen Mörder Anders Behring Breivik “hervorgebracht” habe. http://www.spiegel.de/politik/ausland/unschuld-der-muslime-das-sind-die-macher-des-mohammed-films-a-856420.html#ref=rss
  • Auch die hiesigen Medien verwechseln im Fall des Mohammed-Videos großflächig Ursache und Wirkung. Besonders krass ist ein Kommentar in der Frankfurter Rundschau, in dem um Zensur gebettelt wird, weil durch das Video u.a. vier US-Diplomaten in den Tod getrieben worden seien. Aber nicht das Video hat die Diplomaten getötet und das Video hat auch in Kabul keinen Selbstmordanschlag verübt, bei dem zehn Menschen starben. Das waren schon islamistische Exrtremisten, die sich durch das Video provoziert fühlten. http://meedia.de/nc/print/mohammed-film-die-oeffentliche-unsicherheit/2012/09/18.html
  • Der Mohammed-Film ist für ihn «ein böswilliges Stück Müll», doch die Reaktionen seien völlig überzogen: «Die muslimische Welt muss aus diesem Denkmuster heraus finden.» Der Schriftsteller zweifelt allerdings daran, dass sie dazu fähig ist. Als Reaktion auf den Film hat eine iranische Stiftung das auf Rushdie ausgesetzte Kopfgeld auf 3,3 Millionen Dollar erhöht. Doch Salman Rushdie will sich nicht länger einschüchtern lassen. Heute ist er ein freier Mann, und er will es laut dem «Guardian» für den Rest seines Lebens bleiben. http://www.20min.ch/ausland/dossier/islam/story/Leben-mit-der-staendigen-Bedrohung-25226641

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