Der Unterschied zwischen Griechenland und Island

Wir erinnern uns: vor 4 Jahre (2008) war Island kurz vor der Pleite.

Jetzt tickerte folgende Meldung durch den Blätterwald: Die Ratingagentur Fitch hat Island von „BB+“ auf „BBB-“ hochgestuft. Damit haben die Staatsanleihen des Inselstaats wieder das Prädikat „Investmentgrade“.

Wie wurde diese Sanierung erreicht?

  • Eine Bankenrettung wurde in Island gar nicht erst versucht. Die Großbanken wurden in den Konkurs geschickt, mehrere Manager dieser Institute wurden verhaftet und warten auf ihre Prozesse. Die Aktionäre gingen leer aus, ebenso die ausländischen Zeichner von Anleihen dieser Institute.
  • Die Regierung übernahm auch in Sachen Spareinlagen nur inländische Verbindlichkeiten der Banken (und da nur bis zur Einlagensicherungsgrenze von umgerechnet etwas mehr als 20.000 Euro). Eine spätere Einigung über Milliardenzahlungen an Großbritannien und Norwegen (in beiden Ländern waren Sparer der isländischen Icesave Bank zu Schaden gekommen) wurde zweimal durch Volksabstimmungen gekippt.
  • Der Verzicht auf die Bankenrettung hat dem Staat genügend Spielraum gelassen, um neben den drastischen Sparmaßnahmen einen „Sozialpakt“ finanzieren zu können, der die isländische Bevölkerung nicht ins finanziell Bodenlose fallen ließ.

Wir halten außerdem fest: Kein Euro, keine größenwahnsinnigen Eurokraten, kein Bundesferkel, kein Faynachtsmann, demokratische Abstimmungen.

Und Griechenland?

Korrupte griechische Politiker; eine uneinsichtige Bevölkerung; keine Möglichkeit, die Währung auf Leistungsniveau der Wirtschaft abzuwerten – der Euro betrifft ja nicht nur Griechenland; von Eurokraten verordnete, nicht demokratisch legitimierte Einsparungen, die nicht nur die Wirtschaft sondern auch die Gesellschaft lahm legen und zu explosiven Zuständen führen;

Wird  aufgrund der Unfähigkeit der europäischen Politdarsteller und der Gesamtorientierung der EUdSSR die Eurozone irgendwann (eher früher als später) als Ganzes in die Luft fliegen?

Aber mit Sicherheit.

Auf den traurigen Hundeblick des Bundeshosenanzugs bin ich gespannt, wenn sie dann verkünden wird: Diese Pleite war nicht vorauszusehen; das jetztige Desaster ist jedenfalls alternativlos.

Quelle: Die Presse: Das Wunder von Island.

2 Gedanken zu „Der Unterschied zwischen Griechenland und Island“

  1. Ich denke, dass man Island und Griechenland nur schwer vergleichen kann. Einerseits hat die kleine Insel gerade einmal knapp über 300.000 Einwohner gegenüber 10-11.000.000 in Griechenland. Dazu kommen unterschiedliche Wirtschaftssysteme. Die isländische Wirtschaft ist einerseits nicht derart abhängig von Banken wie die griechische, noch bestehen intensive Verflechtungen mit anderen Staaten. Eine Pleite in Griechenland zieht französische, rumänische, bulgarische und auch weitere Balkanstaaten mit in eine tiefere Krise. Der Dominoeffekt wäre also ungleich größer.

    1. Es ist völlig egal, ob man Island und Griechenland vergleichen kann. Genau so wenig kann man Griechenland und Deutschland vergleichen, trotzdem haben sie die gleiche Währung mit der grundsätzlich gleichen Kaufkraft.

      Tatsache ist, dass das was jetzt in Griechenland passiert, im Prinzip Konkursverschleppung ist und auf dem verteufelten „freien Markt“ schlicht und ergreifend strafbar wäre.

      Es ist auch nicht mehr die Frage, ob Griechenland letzten Endes Pleite geht, sondern nur mehr wann und mit wie vielen „Kollateral“-Verlusten.

      Was unsere europäischen Politdarsteller – und allen voran der germanischen Bundeshosenanzug sekundiert vom Krüppel ohne Skrupel – jetzt machen, ist den unvermeidlichen Big Bang zu verschleppen. Letztendlich werden die Historiker unter anderem die Politik Merkels und der restlichen europäischen Politdarsteller inklusive der EUdSSR-Komissare als Ursache für den nächsten innereuropäischen Konflikt sehen und verantwortlich machen. Und dieser Konflikt ist so sicher, wie das Amen im Gebet. Wetten, dass …?

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