Meinung: Nicht nur Scherer 8 ist ein Reality-Check für die Linken

Hartwig Pruske, 27.01.2008 (Quelle Indymedia):

„Ich war in der letzten Woche auf der Kalker Mahnwache für den ermordeten Salih und wurde trotz deutlich als antifaschistisch erkennbarem Plakat („Gegen jeden Rassismus!“) angegriffen. Einige Jugendliche beschimpften mich ohne Grund als “Scheiß Deutscher”, “Schweinefresser” und “Nazischwein” und schlugen mir ins Gesicht. An dieser Stelle wird praktische Solidarität schwierig, weil sie anscheinend von einem großen Teil der Adressaten überhaupt nicht erwünscht ist.“

Kamen, Juli 2011 (Quelle DerWesten):

„Alle Zeichen standen auf schöner Abend. Während die letzte Band spielte, sorgten plötzlich zwei Dutzend Krawallmacher, die offensichtlich nur zu diesem Zweck gekommen waren, unter dem bis dahin friedlichen und bunt gemischten Publikum für Prügeleien. „Ich verstehe nicht, warum die sowas machen! Für genau die veranstalten wir ‚Rock gegen Rechts‘-Konzerte“, war angesichts des Migrationshintergrund der meisten Randalierer am Ende eine häufig gehörte Aussage.“

Wer glaubt nun, dass die deutschen Linken aufwachen? Vergessen wir diesen Gedanken! Der einzelne Betroffene mit blutender Nase vielleicht; der germanische Linke an sich bestimmt nicht! Denn das hieße, einzusehen, dass seine ganze Weltanschauung schief zusammengebaut ist. Sie steckt voller Widersprüche. Wie diesen:

– Der „Radikalenerlass“ der 1970er Jahre war repressiv und böse. Aber dass ein NPD-Mitglied heute kein Schornsteigerfeger sein darf, ist OK.

– Dass Franz-Josef Strauß Linke als „Ratten und Schmeißfliegen“ beschimpfte, war skandalös! Aber dass Sigmar Gabriel heute Klimaskeptiker als „Viren“ bezeichnet, ist OK.

– Ausbeutung ist voll unsolidarisch. Aber die Ausbeutung des Steuerzahlers ist OK.

– Der Mensch ist das Produkt veränderbarer sozialer Umstände seiner Umgebung. Aber für Homosexualität gilt das nicht?

– Religion ist Opium fürs Volk. Aber für den Islam gilt das nicht?

– Ureinwohner haben ein Recht auf ihre kulturelle Identität. Aber für die „Ureinwohner“ Germanistans gilt das nicht?

– Die Linken fordern ja so gerne den „herrschaftsfreien Diskurs“. Aber alles, was Linke für „Faschismus“ halten, „ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“.

usw. usf.

Der deutsche Linke findet offenbar nichts dabei, dass er das Spiegelbild seines eigenen Feindbildes ist. Tja, er ist ja auch nicht wirklich zurechnungsfähig.

Und noch einmal, weil es so lustig ist: Alles lacht, über Scherer 8!

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